Fifty Shades of Self-Publishing: Indie-Literatur nicht bei allen Lesern beliebt

bitkom-studie-self-publishing-in-deutschlandSelf-Publishing von E-Books kommt an, was man u.a. daran sieht, dass sich jetzt auch der BITKOM mit dem Thema beschäftigt. In einer aktuellen BITKOM-Studie wurden LeserInnen vom IT-Branchenverband zum Thema Indie-Literatur befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: Jeder fünfte Nutzer (18 Prozent) von E-Books gab dabei an, bereits Texte von Self-Publishing-Autoren gelesen zu haben, jeder zehnte (11 Prozent) hat sogar schon Texte selbst publiziert. Die Grenzen zwischen „Autor“ und „Leser“ scheinen sich also immer stärker zu verwischen.

Manche vermissen Qualitätskontrolle

Die Meinungen in punkto Self-Publishing sind aber durchaus zwiespältig: ein Drittel der Indie-Leser denkt, dass der Markt durch die selbst verlegten Titel „größer und vielfältiger“ wird und freut sich über niedrige Preise, immerhin ein Viertel findet dank KDP & Co. mehr Bücher, die dem persönlichen Geschmack entsprechen und erkennt eine „intensivere Beziehung zwischen Lesern und Autoren“. Jedoch trauert ein ein Viertel der Befragten auch der Qualitätskontrolle durch die Verlage hinterher. 15 Prozent kritisieren gar, dass durch Self Publishing „zu viele schlechte Bücher“ auf den Markt kommen.

Wer Print liest, lebt fern vom Indie-Trend

Die Wahrnehmung des Phänomens Self-Publishing überhaupt scheint aber auch stark von der Mediennutzung abzuhängen. Online kommt man kaum an den Indies vorbei: „Unter den hundert meist verkauften E-Books, kommt gut die Hälfte von Self Publishern“, so Timm Hoffmann, Bereichsleiter Digital Media beim BITKOM. Am Bücherregal läuft das anders: laut Umfrage kennen zwar 87 Prozent der E-Leser den neuen Trend zum selbst verlegten Buch, bei den Freunden gedruckter Lektüre sind es aber nur 52 Prozent. Was vielleicht auch daran liegt, dass viele ursprünglich selbst publizierte Mega-Seller wie „50 Shades of Grey“ längst einen Verlag gefunden haben, bevor sie in die Buchhandlungen kommen.

Abb.: David Blackwell/Flickr (cc-by-nd-2.0)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".