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Fehlstart ins Weihnachtsgeschäft: Liro Color verspätet sich, Rückrufaktion für iRiver HD

29 Nov 2011

Pleiten, Pech und Pannen haben schon einige Reader-Projekte in Deutschland geplagt. Nun hat es pünktlich zum Weihnachtsgeschäft das Lese-Tablet Liro Color wie auch den „Google Reader“ iRiver Story erwischt. Die Auslieferung des Liro Color verzögert sich wegen Lieferschwierigkeiten eines asiatischen Zulieferers um wenige Tage, wie die Börsenvereinstochter MVB laut buchreport mitteilte. In manchen Buchhandlungen wird das Gerät somit erst in der zweiten Dezemberwoche erhältlich sein. Noch ärgerlicher ist die Situation für Buchhändler, die über den Barsortimenter KNV den „Google Reader“ iRiver Story HD verkaufen. Da der integrierte Online-Shop nicht richtig funktioniert, startete KNV eine großangelegte Rückrufaktion. Da inzwischen die zweite, fehlerfreie Charge angekommen ist, werden die Lesegeräte im Laden ganz einfach gegen ein neues Exemplar ausgetauscht.

Die Tücke steckt oft im Detail

„Vaporware“ nennt man Geräte, von denen nichts bleibt als heiße Luft aus PR-Maschinen. Der legenädre txtr-Reader war so ein Fall. Erst verspätete er sich immer wieder – offiziell aus technischen Gründen – dann wurde er irgendwann sang- und klanglos beerdigt. Andere Geräte wie etwa das WePad kommen zwar in Umlauf, können die in sie gesetzten Erwartungen aber nicht im geringsten befriedigen, und werden vom PR-Coup zum PR-Desaster. Vaporware zumindest sind zum Glück für die Buchbranche weder der Liro Color noch der iRiver Story HD. Letzterer wird im Rahmen der Rückrufaktion von KNV zwar als „hochmoderner eBook-Reader mit ausgefeilter Technologie“ bezeichnet. Doch „trotz einer intensiven Testphase“ stellten sich die Fehler leider erst nach der Auslieferung heraus. Ähnlich wie schon bei Oyo I oder LumiRead liegt die Tücke eben oft im Detail, wenn Geräte von Drittherstellern übernommen werden. Eine Alternative ist jedoch nicht in Sicht: anders als große Player wie Amazon oder Barnes&Noble auf der anderen Seite des Atlantiks können sich die eher mittelständisch geprägten Buchhandels-Unternehmen in Deutschland keine In-House-Entwicklung von Lesegeräten leisten.

PR-GAU: Von wegen „Lesen leichgemacht“

Einfache Lieferschwierigkeiten wie beim Liro Color sind dabei noch das kleinere Übel. Im Fall des ansonsten technisch hochwertigen iRiver Story HD ist es die Zuordnung zwischen integriertem E-Store und der jeweiligen Buchhandlung, in der das Gerät gekauft wurde, die nicht funktioniert. Für das von KNV gewählte Beteiligungs-Konzept in Form von Provisionen für das drahtlose E-Book-Shopping war das natürlich katastrophal. Der direkte Umtausch scheint aber immer noch der beste Weg zu sein, um für Abhilfe zu sorgen. Libri wie auch Thalia haben sich in der Vergangenheit eine Menge Ärger mit Firmware-Updates eingehandelt, die mehr Probleme schufen, als sie eigentlich lösen sollten. Die Akzeptanz des elektronischen Lesens wird durch solche Pannen bestimmt nicht gefördert – vor allem, da man nach den Early Adopters jetzt auf Kunden zielt, die nicht mit technischen Details genervt werden möchten. KNV vermarktet den iRiver Story HD online ausgerechnet über die Website „lesen-leicht-gemacht.de“.