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Feature-Crowdfunding, finanziert mit Bitcoins – neue Chance für die Buchbranche?

27 Jan 2014 0 Kommentare

Soll ocelot.de Bitcoins akzeptieren? Kann die Thalia-App nicht auch auf Firefox OS laufen? Warum schafft Random House nicht einfach mal hartes DRM ab, und wechselt zum digitalen Wasserzeichen? Bisher lautete die Antwort entweder: aber wir haben dafür doch kein Geld, und/oder: wir wissen ja gar nicht, ob die Nutzer das wirklich brauchen… Mit dem neuen Krautfunding-Tool „Backer“ gibt es diese Ausrede in Zukunft nicht mehr – denn neue „Features“ für Webseiten lassen sich damit ganz einfach vorfinanzieren. Wird das Spendenziel erreicht, ist nicht nur bewiesen, dass Bedarf besteht, auch das notwendige Geld steht bereit.

Entwickelt wurde „Backer“ nicht zufällig von den „App.net“-Machern: die Twitter-Alternative wurde selbst durch Crowdfunding angeschoben. Erstmals ausprobiert wird „Backer“ denn auch gerade zur Finanzierung eines neuen App.net-Features: „Should App.net accept Bitcoin?“, lautet die Frage an die Community. Noch bis zum 20. Februar kann man spenden – in diesem Fall auschließlich mit Bitcoins. Kommen mindestens 10 Bitcoins zusammen (umgerechnet derzeit etwa 10.000 Dollar), wird die Bitcoin-Zahlungsoption tatsächlich eingeführt.

Nach wenigen Tagen ist schon mehr als die Hälfte der Summe zusammengekommen, und nun hat App.net sich entschieden, das Feature-Crowdfunding auch für andere Projekte zu öffnen (siehe backer.app.net). Neue Kampagnen können neben Bitcoins auch Kreditkarten als Zahlungsmittel nutzen. Geht es um OpenSource-Projekte, fällt keine Provision an, bei konventionellen Projekten beträgt die Provision 5 Prozent. Vorteil bei Bitcoin-Zahlungen ist natürlich, dass praktisch keine Transaktionsgebühren anfallen, denn die Kryptowährung existiert völlig außerhalb des normalen Bankensystems.

Deswegen sind Bitcoins als Zahlungemittel nicht nur interessant, um die Crowd zusätzlich zu motivieren, weil mehr von ihrem Geld direkt für den Kampagnenzweck zur Verfügung steht. Auch Shopbetreiber (z.B. E-Book-Stores) können sich damit von hohen Transaktionsgebühren befreien, was auch neue Formen des Mikropayments lukrativer machen könnte, etwa das Bezahlen einzelner einzelner Kapitel oder einzelner Artikel (bei Zeitschriften/Zeitungen). Bitcoins lassen sich schließlich bis hinunter zur achten Dezimalstelle teilen, was derzeit weniger als einem Millionstel Cent entspricht. Da sollte man dann natürlich eher von „Nanopayment“ sprechen…

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