Fast schon DIN A4: Trekstors 8-Zoller Pyrus Maxi im Test

Trekstors Pyrus kommt ganz groß raus: neben dem normalen 6-Zoller und einer Mini-Version gibt’s seit Mai auch den Pyrus Maxi – mit 8 Zoll Display-Durchmesser eher Tablet-Format. Ansonsten bleibt Deutschlands größter Low-Cost-Tastenreader aber auf dem Teppich: es gibt weder Touch-Screen noch WLAN, und die Auflösung ist mit 1024 x 768 Pixeln gerade mal auf Augenhöhe mit aktuellen 6-Zoll-Readern. Immerhin hat Trekstor die Benutzeroberfläche grafisch aufgepeppt, und mit 4 Gigabyte auch ordentlich Speicherplatz spendiert. Der „Straßenpreis“ liegt zwischen 120 und 130 Euro: Doch lohnt es sich, für doppelt so viel Display-Fläche (im Vergleich zum Pyrus Mini) auch zweieinhalb mal so viel Geld auszugeben? E-Book-News hat den Maxi getestet.

Mini vs. Maxi: 2x so groß, 3x so schwer

Eins fällt sofort auf: der Maxi ist nicht nur größer, sondern auch schwerer – mit 320 Gramm Gewicht bringt der große Bruder des Pyrus Mini knapp das Dreifache auf die Waage. Das Äußere bietet bewährtes Trekstor-Design: rubberbeschichtete Oberfläche, Digital Ink-Display mit E-Ink-ähnlichem Kontrast, Richtungs- und Steuerungstasten unter dem Display. Genau wie die 6-Zoll Version des Pyrus hat auch der Maxi spezielle Umblättertasten rechts und links vom Bildschirm. Zu den weiteren Pluspunkten gehört der serienmäßige SD-Kartenslot, mit dem sich der Speicher auf bis zu 32 Gigabyte aufrüsten lässt.

Grafisch aufgepepptes Homescreen

Die grafische Benutzeroberfläche wurde sichtbar auf das größere Format angepasst – was man vor allem am Homescreen merkt: es ist nicht nur mit Minaturcovern der zuletzt gelesenen E-Books gekachelt, sondern – am unteren Rand – auch mit Symbolen für wichtige Funktionen, von der Bibliotheksansicht bis zur Reader-Konfiguration. Sieht fast schon nach Tablet aus, doch es fehlt natürlich der entsprechende Komfort, zum Bedienen muss man wie gewohnt die etwas schwergängigen Steuerungstasten nutzen. Mangels WLAN kommen die E-Books via USB-Kabel auf den Reader (oder natürlich via SD-Karte). Immerhin: dank der großen Display-Fläche lassen sich auch PDFs sehr gut darstellen, ohne dass man (allzuviel) zoomen muss.

Fonts: Wie groß darf „Klein“ sein?

Die Lesefunktionen beschränken sich wie bei Trekstor üblich auf 6 Zoomstufen, die Einstellung der Seitenbreite sowie das Anlegen von Lesezeichen. Durch den geräumigen 8-Zoll-Bildschirm machen beim Pyrus Maxi auch die sehr großen XXL- und XXXL-Fonts Sinn, was gerade älteren Lesern bei der Lektüre von epubs entgegenkommen dürfte. Probleme bereiteten bei den vorinstallierten Leseproben eher die kleinen Fonts – denn schon die Stufe S war deutlich größer, als sie sein müsste. So kommt beim Schmökern nicht wirklich Freude auf. Bei testweise auf den Reader geladenen E-Books von anderen Verlagen war die kleinste Einstellung jedoch noch im akzeptablen Bereich.

Im Zweifelsfall lieber zum Kobo Aura greifen

Beim Vergleich von Kontrast und der Helligkeit des Hintergrundes mit Konkurrenzprodukten fällt mal wieder auf: die von Trekstor in den Pyrus-Modellen verbaute Digital Ink-Technologie kommt sehr nah an den bis vor kurzem üblichen Standard von Pearl E-Ink heran. Mangels Glowlight-Feature kann sich auch der Pyrus Maxi natürlich nicht mit dem Kontrast von Kindle Paperwhite & Co messen. Bliebe also vor allem die Größe des Displays als Alleinstellungsmerkmal – wäre da nicht der Kobo Aura. Denn Kobos neues High-End-Gerät hat immerhin ein 7-Zoll Display, und zudem Glowlight, Touch-Screen und WLAN-Funktion. Allerdings muss man dafür dann im Vergleich zum Pyrus Maxi noch 40 Euro mehr drauflegen…

Trekstor Pyrus Maxi


Display

8 Zoll Digital Ink Display,
1024 x 768 Pixel (16 Graustufen)

Gewicht

320 Gramm

Schnittstellen

USB, SD-Kartenslot

Speicher

4 GB intern, max. 32 GB extern

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF etc.

Zus. Features

Pagefresh-Rate wählbar

Preis

ab 130 Euro (Amazon, etc.)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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