95 Prozent der deutschen Teens nutzen Smartphone, nur wenige lesen damit E-Books

smartphone-jugendEine schöne Ergänzung zum gestrigen Post zum iPhone-Geburtstag: zehn Jahre nach Beginn des Smartphone-Booms nähert sich die Ausstattungs-Quote unter Jugendlichen der 100-Prozent-Marke. Erstaunliche 95 Prozent der Zwölf bis 19-jährigen in Deutschland besitzen nämlich mittlerweile ein Smartphone. Wie der „Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest“ (MPFS) im Rahmen der JIM-Studie 2016(= „Jugend, Information, Multi-Media“) herausfand, gibt es aber eine Disparität bei den Geschlechtern: Mädchen sind bei 97 Prozent angelangt, Jungen erst bei 93 Prozent Ausstattungs-Quote.

Dafür liegen die männlichen Jugendlichen aber bei PC/Laptop, fester Spielekonsole und Internet-TV deutlich vorn. Einen E-Reader wiederum nennen 15 Prozent der Mädchen ihr eigen, aber nur magere 5 Prozent der Jungen. Auch bei Tablets sind die jungen Damen Trendsetter: 31 Prozent besitzen eins, dagegen nur 29 Prozent der Jungen.

Bei der „Medienbeschäftigung“ liegt das Lesen von Büchern mit knapp 20 Prozent übrigens bei Mädchen und Jungen deutlich vor der Lektüre von E-Books — die schmökern in ihrer Freizeit nur drei Prozent der Jugendlichen täglich, weitere drei Prozent zumindest mehrmals pro Woche. Eine verschwindend geringe Zahl: es ist offenbar deutlich einfacher, dieser Altersgruppe Musik, Games, Video oder Online-News nahe zu bringen.

Insofern sind all jene Verlage eindeutig auf der richtigen Spur, die mit E-Lese-Apps im WhatsApp-Stil mehr jugendliche Publikum zur E-Book-Lektüre auf dem Smartphone motivieren wollen — denn gelesen (und auch getextet) wird grundsätzlich ja sehr viel via Display von iPhone & Co…

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

5 Gedanken zu „95 Prozent der deutschen Teens nutzen Smartphone, nur wenige lesen damit E-Books“

  1. „Drei Prozent der Jugendlichen lesen E-Books“ – das stimmt so nicht! Es sind genau doppelt so viele. Das entnehme ich der JIM-Studie, Seite 11/12. Demnach lesen 3 Prozent täglich E-Books, weitere 3 Prozent mehrmals pro Woche. Macht also 6 Prozent.
    Laut Tabelle auf Seite 12 sagen 9 Prozent aller Mädchen und 5 Prozent aller Jungen, dass sie grundsätzlich E-Books lesen. Damit liegen sie leicht über dem Bevölkerungsdurchschnitt, oder sehe ich das falsch?

    1. Ah, stimmt, es waren zwei Säulen, danke ;-) Also wirklich sechs Prozent. Bei der erwachsenen Bevölkerung liegt die Rate der E-Book-Leser — inklusive der Gelegenheits-Leser — viel höher, ungefähr ein Viertel der Bundesbürger tun es nämlich. Bilder-, Kinder- und Jugendbücher sind aber eben noch sehr Print-mächtig, so erkläre ich mir die Zahlen…

  2. „Insofern sind all jene Verlage eindeutig auf der richtigen Spur, die mit E-Lese-Apps im WhatsApp-Stil mehr jugendliche Publikum zur E-Book-Lektüre auf dem Smartphone motivieren wollen“.

    Gewiss. Vielleicht sind nach wie vor aber auch alle auf der richtigen Spur, die gedruckte Bücher verlegen und verleihen. #booknotdead.

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