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Erst Apple, jetzt Twitter: Handverlesene News ergänzt Algorithmen

24 Jun 2015

twitter-kuratiert-die-newsKünstliche Intelligenz kann alles, möchte man manchmal meinen. Suchergebnisse sortieren, Personen erkennen, Musik empfehlen. Doch gerade wenn es um die effektive Vermarktung von komplexen Inhalten geht, scheint die helfende Hand von menschlichen „Kuratoren“ im Zweifelsfall noch immer unverzichtbar zu sein. Das gilt nicht nur im (Offline-)Buchhandel, sondern offenbar auch bei Online-Musik, oder etwa im digitalen Nachrichten-Sektor.

„The best in breaking news“

Wenn aktuelle Stellenausschreibungen als Gradmesser taugen, gibt es nämlich gerade im Journalismus – angeblich ja von Roboterisierung bedroht – gerade eine Rückbesinnung auf handverlesene Informationen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Apple für den neuen Service Apple News einen Redakteur sucht, der aus dem Strom der Neuigkeiten „the best in breaking national, global, and local news“ herausfischen soll. (Bei „Apple Music“ wird übrigens auch noch eine menschliche Hand durch die Musikbox blättern…)

Von Apple News zu Twitter News

Nun möchte offenbar auch Twitter eine eigene Redaktion aufbauen, um News zu besonderen Gelegenheiten besser darstellen zu können. In einer aktuellen Stellenausschreibung heißt es: „We’re looking for a skilled editorial mind to lead a small team that will identify the best Tweets, photos, Vines and videos around the biggest real-world events and high profile opportunities“.

Die Hand am Stream regiert die News

Eine spannende Entwicklung, die tendenziell natürlich weiter die klassische Rollenverteilung untergräbt – schließlich gehört die Auswahl und Zusammenstellung von Nachrichten ja zur Kernkompetenz der Presse. Doch seitdem die Nachrichten atomisiert durch die sozialen Medien strömen, wuchs eben auch außerhalb klassischer Formate der Bedarf nach mehr Ordnung auf dem Bildschirm. Neben Empfehlungen der Community oder Auswahl-Algorithmen scheint da die Hand des Redakteurs immer noch die beste Wahl…

Abb.: Pete Simon (cc-by-2.0)