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Erfolgreiche E-Paper-Alternative: taz überholt Bild & Welt bei digitalen Abos

2 Feb 2011

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Die Leser von Bild und Welt sind medial offenbar konservativer, als sich der Springer-Verlag wünscht. Die E-Paper-Bilanz beider Blätter ist jedenfalls katastrophal: kaum mehr als elfhundert Abos wurden seit dem Start der iKiosk-Plattform im Mai 2010 eingeworben. Die alternative taz bringt es dagegen schon auf fast dreitausend Abonnenten. Für taz-Blogger Sebastian Heiser gibt es dafür („abgesehen vom besseren Inhalt“) drei Gründe, warum das E-Paper der taz attraktiver ist als digitale Faksimiles von Welt & Bild: die Digi-Taz sei schneller, günstiger und biete mehr Formatvielfalt.

Als epub kommt die taz auch auf den E-Reader

Doch auch historisch hat die taz einen Vorsprung – mit digitalen Formaten experimentiert man in der Rudi-Dutschke-Straße schon seit Mitte der Neunziger Jahre. Das erste E-Paper-Angebot der alternativen Tageszeitung gab es bereits, als von iPhone und iPad noch gar nicht die Rede war. Anfänglich wurde das Blatt mit der Tazze auf der Titelseite den Abonnenten per E-Mail-Attachment wahlweise als PDF, HTML oder TXT-Datei geschickt. Ob man auf dem Desktop liest oder mobil, bleibt dem Nutzer überlassen. Da die tazzler auf DRM verzichten, lässt sich das E-Paper auf jedes gewünschte Gerät übertragen. Mittlerweile gibt’s die taz zusätzlich im mobi- und epub-Format – man kann also den Volltext der gedruckten Ausgabe auch bequem auf dem E-Ink-Display von LumiRead, Oyo, Kindle & Co. konsumieren. Testdateien lassen sich beim Abo-Service der taz herunterladen.

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E-Paper der taz wahlweise zum „politischen Preis“

Wer ganz aufs Papier verzichtet, kann dabei im Vergleich zu Welt (29,99 Euro) und Bild (12,99 Euro) einiges sparen. Doch man muss sich entscheiden: Das digitale Abo kommt taz-üblich in zwei Varianten. Einmal für 10 Euro zum Standardpreis, sodann für 20 Euro zum “politischen Preis”. Mit letzterem wird ein verbilligtes Abo der Papierversion für Bedürftige unterstützt (die dafür einen besondes ermäßigten “Solipreis” zahlen). Ähnlich wie Welt und Bild gibt’s die taz übrigens auch schon als eigenständige App für iPhone und iPad, allerdings ohne multimedial aufbereitete Inhalte. Wie sich die taz aus dem App Store gegenüber den Schüttel-Girls und rotierenden Globen aus dem Hause Springer schlägt, ist leider noch nicht bekannt. Zu vermuten wäre aber, das hier das Ergebnis etwas ausgeglichener ist. Schon allein deshalb, weil via In-App-Shopping die taz und Bild im Einzelverkauf jeweils 79 Cent kosten.