„Entdecken Sie Gold“ – Süddeutsche Zeitung startet Premium-App für’s iPhone

sueddeutsche-zeitung-iphone-app-gold-e-newspaper„Entdecken Sie Gold“, warb eine norddeutsche Brauerei mal für ihr neues Bier. Die Süddeutsche Zeitung wirbt nun für „Gold“ auf iPhone & iPod Touch: für 1,59 Euro pro Monat kann man eine neue Premium-App nutzen. Die Basic-Version gibt’s im App Store aber weiterhin umsonst. Lohnt sich das Upgrade auf „SZ-Gold“ – oder ist mehr Schaum als Content in der Flasche?

Die Online-Aktivitäten der SZ lohnen sich – die „crossmediale“ Leserschaft wächst


In punkto Qualität ist die Süddeutsche Zeitung immer noch Nummer eins in Deutschland: bei einer Umfrage unter Journalisten landete die „SZ“ vor einigen Jahren sogar noch vor dem SPIEGEL. Auch die Leser sehen das so. Die SZ gehört nach wie vor zu den größten überregional gelesenen Abonnementszeitungen. Daran haben auch das E-Paper der Print-Ausgabe und eine speziell aufbereitete Online-Ausgabe ihren Anteil – deren Content via iPhone-App auch den Nutzern von Apples Edel-Handy zur Verfügung steht. Die Redaktion von sueddeutsche.de ist mittlerweile auf 25 festangestellte Redakteure und mehr als zehn Pauschalisten gewachsen. Die Online-Leserschaft scheint diese Anstrengungen auch zu goutieren – die Zahl der Seitenaufrufe stieg auf mehr als 140 Millionen pro Monat. Das kostenlose Online-Angebot hat die Reichweite deutlich erhöht: Bei einer gedruckten Auflage von knapp 500.000 Exemplaren gibt die SZ eine „crossmediale“ monatliche Leserschaft von 1,95 Millionen an.

Paid Content bei der SZ reicht vom E-Paper bis zum Handy-Abo


Schon bisher gab es bei der SZ bestimmte Inhalte als Paid Content – so etwa das E-Paper im PDF- oder Textformat, das pro Monat für 19,90 Euro kostet, im Vergleich zu knapp 40 Euro für die Printversion. Für eine speziell für Mobiltelefone aufbereitete Version (szmobil.sueddeutsche.de) zahlt man 9,90 Euro. Auf dem iPhone liest man dagegen bisher umsonst – die SZ-App lässt sich via iTunes kostenlos herunterladen. Im gewohnten iPhone-Look&Feel bietet SZ-Basic etwa Scroll-Down-Menus mit Überschriften und kleinen Thumnails, Rubriken-Übersichten und die Möglichkeit, einzelne Artikel via Facebook oder Twitter zu empfehlen. Eins hat sich allerdings seit Anfang des Jahres geändert: beim Öffnen wird nun jedesmal ein Werbebanner eingeblendet: „Vergolden Sie ihren Lesestoff“, werden die Leser aufgefordert – denn für 1,59 Euro kann der Nutzer der „Basic“-App upgraden auf die „Gold-App“. Man muss sich also entscheiden: „Jetzt lesen“ für lau oder „Im App Store kaufen“. Nun sind 1,59 nicht viel – doch womit kann das Gold hier glänzen?

Viel dran ist am „Gold“ nicht – die Premium-App bietet nur zwei neue Features


Wer schon bisher die iPhone-App der SZ genutzt hat, wird sehr schnell merken: viel ist es nicht. Im Vergleich zur „Basic“-Variante bekommt man nämlich lediglich zwei neue Features geliefert: im Offline-Modus lassen sich nun mit einem Klick alle aktuellen Inhalte auf das iPhone oder den iPod Touch herunterladen. Dabei kann man auswählen, ob man nur die Artikel-Texte haben möchte, oder auch die dazu gehörenden Bilder bzw. „Klickmonster“-Bildstrecken. Als weiteren Premium-Dienst kann man den „News-Alert“ aktivieren. Gibt es was neues in ausgewählten Themenbereichen, wird man ähnlich wie bei SMS-Services direkt informiert, und zwar auch dann, wenn die App selbst nicht geöffnet ist. „Noch näher am Puls der Zeit kann man kaum noch sein“, verspricht die Süddeutsche Zeitung. Das mag sein – doch insgesamt muss man sich doch genau überlegen, ob man wirklich zum zahlenden Premium-Kunden werden möchte. Immerhin hat man diese Wahl, denn die SZ fährt einen kundenfreundlicheren Kurs als etwa Springer mit der Welt-App – die hat zwar ein paar mehr grafische Highlights, dafür gibt’s sie überhaupt nur gegen Cash. Will man kostenlos via iPhone auf Springers intellektuelles Flaggschiff zugreifen, muss man das über den Safari-Browser tun. Ach ja, bevor wir’s vergessen, einen weiteren Vorteil hat die Gold-App der SZ natürlich doch – es gibt beim Start der App keine Werbeeinblendung mehr.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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