Endspurt bei Newsgrape: „Youtube für Texte“ ist bereits zu zwei Dritteln finanziert

kickstarter-newsgrape-crowdfundingNoch neun Tage bleiben den Machern von Newsgrape, um das notwendige Geld zum Start ihrer ambitionierten Internet-Plattform aufzutreiben – doch die Chancen stehen gut. Über den Crowdfunding-Service „Kickstarter“ haben 95 SpenderInnen inzwischen bereits 8472 Dollar vorgestreckt, und damit 67 Prozent der insgesamt notwendigen 12.500 Dollar abgedeckt. Auch E-Book-News ist mit einer Einlage von 100 Dollar mit dabei.

Bereits im Frühjahr könnte Newsgrape starten

Wie bei Kickstarter üblich, geht es dabei um sogenannte „Kreditkarten-Autorisierungen“, der Mindestbetrag liegt bei 1 Dollar. Tatsächlich eingezogen wird das Geld nur dann, wenn die Mindestsumme zusammenkommt. Stichtag ist der 16. Januar. Wenn alles klappt, könnte die Beta-Version des anvisierten „Youtubes für Texte“ dann im Frühjahr an den Start gehen. Ein einfaches Interface soll das Erstellen, Teilen und Durchsuchen von Artikeln und Beiträgen ermöglichen (E-Book-News berichtete). Zu den Grundprinzipien von Newsgrape gehört die Monetarisierung über automatisch generierte Anzeigen und Affiliate-Links – bis zu 75 Prozent der Werbeeinnahmen sollen zukünftig an die Autoren fließen.

Mikropayment plus Social Media macht’s möglich

Mussten Startups früher auf die Suche nach institutionellen Investoren gehen – Banken, Investment-Fonds oder individuelle Venture-Kapitalgeber – eröffnet die Kombination von Mikropayment und Social Media mittlerweile eine ganz andere Option: via Internet wird nicht nur die Weisheit der Masse angezapft, sondern auch das Portemonnaie. Die Motivation ist allerdings ganz anders als bei rein kommerziellen Projekten – damit Crowdfunding funktioniert, muss man nicht nur den Kopf, sondern auch die Herzen der Menschen gewinnen, ihnen etwas nützliches, interessantes oder schönes anbieten. In den USA schafften es die Aktivisten des „Diaspora-Projektes“ etwa, via Kickstarter 200.000 Dollar für ihre geplante Facebook-Alternative zu sammeln.

Erfolgreiche Crowdfunding-Projekte in Deutschland

In Deutschland geht es da noch vergleichsweise gemächlich zu. Der Hörspielverlag Argon sammelte im Jahr 2010 über die Crowdfunding-Plattform sellyourrights.com Geld für eine CC-lizensierte Hörbuchversion des Cory Doctorow-Romans „Little Brother“. Dabei ging es um die überschaubare Summe von 9000 Euro. Während dieses Projekt knapp scheiterte, brachen die Unterstützer des Berliner „Bar 25“-Projekts vor wenigen Tagen in Jubel aus. In zwei Monaten hatten sie über inkubato.com 25.000 Euro gesammelt. Geld, das in die Produktion eines „historischen“ Dokumentarfilms fließen soll – denn die beliebte Independent-Location „Bar 25“ am innerstädtischen Spreeufer musste inzwischen einem Großprojekt weichen. Ganz so viele Fans wie der Szene-Ort in Berlin-Mitte hat Newsgrape noch nicht, doch dafür gab es vor einigen Tagen individuelles Feedback: in einem Youtube-Song wurde allen bisherigen Crowdfundern schon mal persönlich gedankt.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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