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Electric Book Fair 2014: Erste deutsche E-Book-Messe startet im Juni in Berlin

5 Mrz 2014

Wo gehören sie wirklich hin, die E-Book-People mit ihren elektronischen Schmökern & Gadgets? So richtig gut aufgehoben waren sie bisher weder auf der Hannoveraner CEBIT oder den Großevents des konventionellen Literaturbetriebs in Frankfurt und Leipzig, nicht umsonst immer noch als „Buch“-messe vermarktet. Eine Handvoll von Startup-VerlagsgründerInnen & E-Book-ExpertInnen wagt nun einen kompletten Reset: am Standort Berlin soll sich mit der „Electric Book Fair“ die erste E-Book-Only-Messe etablieren. Zu den MacherInnen gehören wohl nicht ganz zufällig Christiane Frohmann (Frohmann Verlag), Nikola Richter (mikrotext) und Fabian Thomas (shelff): sie haben mit ihren E-Book-Only-Programmen bereits gezeigt, dass Berlin auch in Sachen elektronischer Literatur das perfekte Startup-Hub ist. Mit dabei im Kuratorenteam ist zudem Kommunikationsdesignerin Andrea Nienhaus, von der u.a. das ambitionierte Artwork der Mikrotext-Cover stammt.

Wenn am 21. Juni in der Berlin-Weddinger Coworking- und Eventzone „Supermarkt“ an der Brunnenstraße die erste Electric Book Fair ihre Pforten öffnet, werden auch viele andere Gründer aus den Bereichen elektronisches Lesen, Publizieren & Vermarkten keine weiten Wege gehen müssen. In einem Radius von wenigen Kilometern beherbergt das Stadtzentrum der Hauptstadt hochspannende Projekte wie Readmill, dotdotdot, lettra.tv, txtr, Xinxii & Co. Nicht zu vergessen die neue Buchhandlung Ocelot in der unteren Brunnenstraße, die schon zu Berlin-Mitte gehört.

Die E-Book-Fair-OrganisatorInnen verstehen ihr Veranstaltungskonzept sowohl als Ergänzung wie auch Infragestellung bisheriger Buchmesse-Ideen: es wird keine Stände und Hostessen geben, die Grenzen zwischen Ausstellern und Besuchern sollen vorsätzlich verwischt werden. Im „Electric Café“ will man Leser, Verleger und Autoren ins Gespräch bringen. Parallel kann man im Rahmen der „Electric Enquete“ Vorträgen lauschen und mit Experten über die Zukunft des E-Publishings diskutieren – und zwar uneingeschränkt und kostenfrei.

Die E-Book-Fair stellt sich bewusst quer, wenn es um gewohnte Abgrenzungen und Hierarchien der Gutenberg-Galaxis geht: „Ziel der Electric Book Fair ist es, E-Books als das sichtbar werden zu lassen, was sie sind: konkurrenzlos zugängliche Speichermeiden für Texte, Bilder und Videos“. Tatsächlich passt zu Offenheit, Schnelligkeit wie auch Hippness der elektronischen Bücher eine urbane Coworking- und Eventzone an der Spree deutlich besser als der performativ längst auserzählte Messehallen-Leviathan an Main oder Pleiße. Denn im Weddinger Supermarkt finden auch bisher schon Digital-Aktionen wie Hackathons, Entwicklertage, Buch- und Magazinsprints statt – insofern auch ein idealer Ort, um die Buchmesse zu hacken.

Hinweis: Als Aussteller bewerben können sich bis zum 15.04.2014 sowohl Verlage, die ausschließlich E-Books veröffentlichen wie auch klassische Verlage mit digitalem Programm. Weitere Infos & Anmeldung unter electricbookfair.de

Abb.: Supermarkt (Blick auf die Brunnenstraße)