Eine Million Kindles pro Woche: Amazon-Kunden im Kaufrausch

Zum ersten Mal hat Amazon konkrete Zahlen zum Absatz der Kindle-Reader genannt: in den letzten drei Wochen wurden jeweils mehr als eine Million Geräte verkauft. Besonders interessant wäre hier natürlich zu wissen, wie sich die Absatzzahlen auf einzelne Modelle aufschlüsseln. Das jedoch gab Amazon nicht bekannt. Die Kindle-Modellreihe mit E-Ink-Display umfasst in den USA inklusive der neuen Touch-Screen-Versionen mittlerweile fünf Geräte, dazu kommt das neue Kindle Fire. Amazons Android-Tablet scheint zur „Kindlemania“ auf jeden Fall ganz besonders beizutragen: “Das Kindle Fire ist das erfolgreichst Produkt, das wir jemals auf den Markt gebracht haben, es ist seit 11 Wochen unser Bestseller quer durch alle Kategorien, wir haben bereits Millionen davon verkauft, weitere Millionen sind aufgrund der hohen Nachfrage in der Fertigung“, so Dave Limp, Vizechef von Amazons Kindle Abteilung.

E-Ink-Reader sind Kindle Fire dicht auf den Fersen

Auf der Bestseller-Liste sind die E-Ink-Modelle dem LCD-Tablet aber dicht auf den Fersen. Was wohl vor allem daran liegt, das der Lesekomfort auf den klassischen E-Readern besser ist: “Unser Kunden berichten uns, dass sie für längere Lektüre lieber den Kindle-Reader nehmen, und tatsächlich kaufen viele Kunden jetzt in der Weihnachtssaison gleich zwei Kindles, sowohl das Kindle Fire wie auch ein normales Kindle oder Kindle Touch“, so Dave Limp weiter. Die Basisversion des neuen Kindle 4 kostet in den USA nur 79 Dollar (etwa 60 Euro), das Kindle Fire 200 Dollar (etwa 150 Euro). Für das Doppelpack Kindle plus Kindle Fire müssen die US-Kunden umgerechnet also gerade mal 210 Euro ausgeben.

Kindle Fire rückt an Apples iPad heran

Der Verkaufserfolg des Kindle Fire lässt Amazon bereits an Apples iPad-Absätze heranrücken. Zwischen Mitte November und Anfang Dezember hat Amazon nach Schätzungen von DigiTimes bereits drei bis vier Millionen der Sieben-Zoller mit Android-Benutzeroberfläche verkaufen können, bis Jahresende sollen es etwa fünf Millionen sein. Apple selbst soll nach Schätzungen eines Experten der Investmentbank Piper Jaffrays Woche für Woche etwa 960.000 iPads absetzen. Dazu kommen allerdings noch mindestens eine Millionen iPhones – der Vorsprung der iOS-Plattform insgesamt lässt sich also mit Lesegeräten und Tablets alleine nicht ganz so einfach einholen. Doch nicht ganz zufällig arbeitet Amazon dem Vernehmen nach wohl auch an einem eigenen Smartphone, das 2012 an den Start gehen könnte.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".