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Eine Frage von Format: Kookee & Galactica (Cat Sound) im Tablet-Test

20 Sep 2012 Ansgar Warner 6 Kommentare

Der Tablet-Herbst 2012 wird immer bunter, und fallende Preise ebnen die Unterschiede zwischen E-Ink und LCD weiter ein. Auf manchen der allerneuesten Gadgets steht sogar „Designed in Germany“. Das gilt etwa für Kookee, Phoenix und Galactica, die neue Modellreihe von CAT Sound – das Potsdamer Unternehmen geht mit Android-4.0-Tablets von sieben bis neun Zoll an den Start. Allen gemeinsam ist ein robust verglastes IPS-Panel mit 1024 mal 768 Pixeln und kapazitives Multitouch – was zusammen mit 1 Gigabyte RAM und schnellen Chips für Bedienkomfort wie auf dem iPad sorgt. Kameras auf Vorder- und Rückseite komplettieren das multifunktionale Bild. Die Qual der Wahl liegt vor allem beim Format, und der damit verbundenen Nutzung: soll es eher ein schlankes Lese-Tablet mit Multimedia-Mehrwert sein, oder ein großes Multimedia-Tablet mit Lese-Option? E-Book-News hat sowohl den Sieben Zoller Kookee (119 Euro) wie auch den Neun Zoller Galactica (Basisversion 8 GB, 199 Euro) getestet. Erhältlich sind beide Tablets direkt im E-Store von Cat Sound.

Beim Kookee kommt E-Reader-Feeling auf

Ansprechendes Design fängt bei der Verpackung an – bereits hier hat Cat Sound gute Arbeit geleistet. Die leicht angeschrägten Kartons sind keine klassische Stapelware, sondern echte Hingucker. Gleiches gilt für die Tablets selbst – im Vergleich zum Weltbild-Tablet (Cat Nova) scheinen mehr als nur 12 Monate vergangen zu sein: Kookee und Galactica wirken erstaunlich leicht, liegen sehr gut in der Hand und strahlen echte Eleganz aus. Besonders auffällig am Siebenzoller mit Touch-Screen im 16:9-Format ist das rückseitige Griffprofil an den Querseiten – so lässt sich das Tablet im schwarzen Gehäuse beim Surfen oder Videos schauen komfortabel in beiden Händen halten. Im Hochformat dagegen kommt eher klassisches E-Reader-Feeling auf, auch wenn die jeweilige Seite etwas mehr Kopfhöhe hat als bei einem 6-Zoller im Format 4:3. Ausschaltknopf, Homebutton sowie externe Lautsprechertasten sind an der Längsseite angebracht, die verschiedenen Schnittstellen (Netzstecker, Mikro-USB, Mikro-HDMI, SD-Kartenslot, Kopfhörerbuchse) an der Querseite.

Galactica-Basisversion leichter als das iPad

Nomen est omen: Während das Kookee im edlen Aluminiumgehäuse mit etwas Fantasie das Format eines (nun ja, ziemlich großen) Kekses hat, kommt die Basisversion des Galactica mit einem auf der Rückseite milchstraßenweißen Kunststoffgehäuse daher. Kunststoff mag nicht ganz so schick sein wie Aluminium, hat aber auch Vorteile: mit 550 Gramm bringt das Galactica 150 Gramm weniger als das iPad 1 auf die Waage, und ist immerhin 50 Gramm leichter als das iPad 2. Was einem sofort auffällt: neben dem Kameraauge wurde beim Galactica auf der Rückseite auch der Einschaltknopf angebracht, ebenso findet man einen kleinen externer Lautsprecher. Die sonstigen Tasten wie auch Schnittstellen (analog zum Kookee) finden sich sämtlich auf der Querseite. Zum weiteren Lieferumfang gehören bei beiden Tablets Ohrhörer, USB-Kabel sowie USB-zu-Mikro-USB-Adapter, mit denen man z.B. USB- oder Surfsticks anschließen kann.

Rasante Android-Oberfläche

Die Android-4.0-Oberfläche präsentiert sich nach dem Einschalten sehr aufgeräumt – um nicht zu sagen wüst und (fast) leer. Denn vor einem Hintergrundthema im Sahara-Stil findet man nur die wichtigsten Icons, von den Einstellungen über Bildergalerie und Browser bis zum E-Mail-Programm. Über den Google Play Store kann man aber im Handumdrehen nachrüsten – Platz genug für jede Menge Anwendungen bieten die per Fingerwisch erreichbaren virtuellen Desktops allemal. Am unteren Bildschirmrand werden die zentrale Steuerungssymbole angezeigt, inklusive Back-Button – anders als beim Weltbild-Tablet ist beim Kookee tatsächlich nur noch der Home-Button wirklich physisch vorhanden, wurde aber an den Gehäuserand verlegt. Beim Galactica gibt’s zusätzlich zum Home-Button noch einen realen Menübutton. Die meisten Dinge werden also direkt mit dem Finger auf dem Display erledigt – das bei Kookee wie Galactica schnell und präzise auf die Eingabe reagiert.

Lektüre-Erfahrungen auf dem Kookee

Sobald man die wichtigsten Lese-Anwendungen – von der Kindle-App bis zu Aldiko – installiert hat, erweist sich das Kookee als waschechter E-Reader. Das mit knapp 300 Gramm sehr leichte Gerät liegt angenehm in der Hand, Umblättern per Fingerwisch ist in den Apps ein echtes Vergnügen. Auch das animierte Umblättern etwa in der „Google Bücher App“ läuft sehr flüssig, gleiches gilt für das Markieren von Sätzen oder das Antippen einzelner Wörter, um die Lexikon-Funktion zu nutzen. Lese-Apps mit Zweispalten-Option kann man zudem komfortabel im Querformat nutzen, die Seitenhöhe ist dann aber durch das 16:9-Format etwas geringer als gewohnt. Einen guten Eindruck macht auch die neue taz-App für Android. Hier lässt der typische Zweispaltensatz im Hochformat richtiges Zeitungsgefühl aufkommen. Vor allem E-Comics profitieren von der im Vergleich zum kleinen Durchmesser sehr hohen Auflösung: auch kleinste Details lassen sich sehr gut erkennen. Ein weiterer Vorteil des Kookee bei der Lektüre ist im übrigen die große Spannbreite bei der Einstellung der Bildschirmhelligkeit – sie lässt sich sehr weit herunterregulieren, was nicht nur Augenstress bei längerem Schmökern vermeidet, sondern auch den Akku entlastet.

Galactica brilliert im Multimedia-Bereich

Die besondere Stärke des Galactica dagegen liegt eher im mobilen Multimedia- und Office-Bereich, und natürlich beim Gaming – dafür sorgt ein Dual-Core-Prozessor mit 1,5 Gigahertz sowie ein Quadcore-Grafikchip. Webseiten werden auf dem 9-Zoll-Display hervorragend dargestellt, scrollen und zoomen verläuft rasant und ohne Ruckeln, ebenso das Abspielen von Videos oder Animationen. Sehen lassen können sich im galaktischen Umfeld ebenfalls Nachrichten-Apps von Tagesschau oder Spiegel Online – schließlich haben die Informationen einfach mehr Platz auf dem Screen. Beeindruckend ist auch die taz-App, im Querformat mit Dreispaltensatz noch ein Stückchen näher am Original aus Papier. Über die virtuelle Tastatur lassen sich zudem sehr gut Office-Dokumente bearbeiten, E-Mails schreiben oder Facebook- und Twitter-Profile pflegen. Im Unterschied zum Kookee kann man die Bildschirmhelligkeit leider nicht ganz so weit herunterregulieren. Trotzdem machen reine Lese-Apps auch auf dem Galactica einen guten Eindruck.

Fazit: Deutlich besser als das Weltbild-Tablet

Insgesamt sind Kookee und Galactica deutlich besser gelungen als das Vorgänger-Modell Cat Nova („Weltbild-Tablet“) – was wohl auch daran liegt, dass hier keine Kompromisse für einen externen Auftraggeber eingegangen werden mussten. Das hat Design, Display-Qualität und Rechengeschwindigkeit gutgetan. Erfreulicherweise ist auch die WLAN-Verbindung weniger störungsanfällig, was insbesondere beim Video-Streaming zum Tragen kommt. Auch bei der Akkulaufzeit hat sich etwas getan, sie lag bei unseren Testgeräten bei mehr als vier Stunden (aktives WLAN inklusive). Zugleich ist nun auch mal ein, zwei Tage Standby-Betrieb möglich, ohne dass der Akku sich komplett verabschiedet. Mehr wäre natürlich trotzdem wünschenswert – gerade in punkto Energie-Ausdauer werden sich die Tablets von Cat Sound mit der mächtigen Konkurrenz von Amazon, Pocketbook oder Kobo messen müssen. Was Lese-Komfort und sonstige Performance betrifft, dürfte ihnen das aber keine Probleme bereiten.

Kookee/Galactica Specs

Kookee

Galactica

Display

7 Zoll kapazitives
Touch-Screen, 1024×768 Pixel

9,7 Zoll kapazitives
Touch-Screen, 1024×768 Pixel

Prozessor

Cortex A8 (1,5 Ghz)

Quadcore A9 Dualcore (1,5 Ghz),
Quadcore GPU (Grafik)

Speicher

1 GB RAM, 8 GB intern

1 GB RAM, 8 GB intern

Schnittstellen

Mini-USB, Mini-HDMI, Kopfhörer,
SD-Kartenslog, WLAN

2xMini-USB, Mini-HDMI,
Kopfhörer, SD-Kartenslog, WLAN

Gewicht

300 Gramm

550 Gramm

Extras

Kamera vorne/hinten, externe
Lautsprecher

Kamera vorne/hinten, externe
Lautsprecher

Betriebssystem

Android 4.0 („Icecream
Sandwich“)

Android 4.0 („Icecream
Sandwich“)

Preis

119 Euro

199 Euro (8 GB)

249 Euro (16 GB)

6 Kommentare »

  • Verarbeitung - Android-Hilfe.de schrieb:

    [...] [...]

  • Ernst Treuther schrieb:

    Hallo,
    hat das Tablet auch GPS? – und somit auch volle Marketunterstützung?

  • Ansgar Warner (author) schrieb:

    Ja, der Google Play Store ist mit an Bord… Die Tablets haben ein vollwertiges Android-4.0-Betriebssystem, völlig ohne Einschränkungen, man braucht also kein Workaround, um alle Funktionen nutzen zu können.

  • Suchender schrieb:

    Hallo,

    bin auf der Suche nach einem eBook mit Browser Funktion.

    Es sollte die Formate der deutschen Online Biblotheken und Online Shops unterstützen und eine direkte Verbindung per WLAN erlauben. Lange Akkuzeiten und gute Lesbarkeit insbesondere in der Sonne wären super.
    Wenn dann noch mit dem kleinen Gerät gebrowst werden kann und farbige Videos ruckelfrei möglich sind, wäre fast alle Wünsche erfüllt. Nur der Preis muß noch stimmen.

    Bin ich da beim Kookee richtig? Welche Alternativen gibts?

    Vielen Dank im Voraus!

    Der Suchende

    P.S. Vermisse bei e-book-news eine tabellarische Übersicht was eBooks können und was nicht.

  • Peter schrieb:

    Ich weise darauf hin, dass die Tabelle voll mit Fehlern ist. Zugegeben: Übernommen sind die meisten Fehler von Cat Sound, das nur Copy und Paste bei den Produktbeschreibungen einsetzt. Das Kookee taktet zum Beispiel höchstens auf 1,2GHz…Danach schmiert es ab. Das Galactica hat nicht 2 USB Anschlüsse sondern nur einen: der andere ist ein USB OTG Anschluss.