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Eigenmarken als Allzweckwaffe: Wie Amazon die Umgehungsstrategie perfektioniert

11 Apr 2018 0 Kommentare

amazon-eigenmarkenDisintermediation kann viele Formen annehmen, das Ende ist immer gleich: Unternehmen A drängt Unternehmen B, C, D etc. aus dem Markt, in dem es sich zwischen traditionelle Anbieter und den Kunden drängt. Eine ganz besondere Waffe sind in Massen produzierte, günstig angebotene Eigenmarken — Amazon hat diese Strategie inzwischen perfektioniert. Was 2009 mit „Amazon Basics“ anfing, ist mittlerweile zu einem kaum noch überschaubaren Feld unterschiedlichster Segmente geworden.

Amazon weiß genau, was sich lohnt

Mehr als 70 In-House-Labels kamen bei einer aktuellen Zählung durch die Kollegen von Recode zusammen, darunter Haushaltsbedarfs-Linien wie Mama Bear, Presto oder Stone & Beam, aber auch diverse Modelabels wie Lark & Ro oder Scout & Ro. Das funktioniert natürlich auch deswegen so gut, weil Amazon genau weiß, welche Waren in welchen Preissegmenten gut laufen — schließlich nutzen diverse Dritthändler den Online-Händler als Verkaufsplattform, zumindest so lange, bis sie Amazon mit eigenen Angeboten aus dem Business drängt.

Vom Kunden aus zurück denken

“Wir starten beim Kunden und arbeiten uns von dort aus zurück, um ihm die Produkte zu bringen, die er unserer Meinung nach mögen könnte“, beschreibt das eine Amazon-Sprecherin gegeünber Recode. Man werde auch weiterhin ein offenes Ohr haben und sich von den Kunden zeigen lassen, in welchen Bereichen das Angebot noch erweitert werden kann. So mancher Drittanbieter wird dagegen das Gefühl haben, dass Amazon sich nicht „zurück“ arbeitet, sondern ihm in den Rücken fällt.

Als Content-Strategie längst erprobt

Wundern darüber dürfte sich aber eigentlich niemand, denn das Prinzip hat der Online-Händler ja längst schon im Content-Bereich praktiziert, erst mit Hilfe der Self-Publishing-Plattform KDP, deren Indie-Titel die Verlagsware im Kindle Shop beim Pricing locker an die Wand spielen, später dann mit hauseigenen Imprints — und was anderes sind Imprints anderes als die „Eigenmarken“ des Verlagswesens. Erst recht, wenn man selbst eigentlich nicht als Verlag angetreten ist.

(via Amazon Watchblog & Recode)

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