Echte Postkarten statt E-Cards schicken mit iPhone-App „Postino“



E-Cards sind beliebt, gerade, wenn man fast mal wieder einen Geburtstag verpasst hat. Doch wer verschickt wirklich digitale Urlaubsgrüße aus der italienischen Sommerfrische? Bunte Bilder, eine hingekritzelte Botschaft und exotische Briefmarken plus Stempel: nur was der Postbote in den Kasten wirft, hat auch den Charme der realen Ferne. Womit wir beim Thema wären: Der Postbote heißt auf italienisch „Il postino“. Postino heisst aber auch eine neue Anwendung für iPhone und iPod Touch. Mit Postino lassen sich aktuelle Schnappschüsse oder auch gespeicherte Bilder in eine reale Postkarte verwandeln, inklusive selbstgeschriebener Nachricht und Briefmarke. Und schwupp macht sich die Hybrid-Karte auf die Reise zum Adressaten (mit der üblichen Geschwindigkeit, versteht sich…).

Die iPhone-Postkarte kann dank Touch Screen per Hand unterschrieben werden

postkarten-schicken-mit-iphone-app-postino1Ähnliche Anwendungen gibt es zwar bereits unter dem Namen Go Postal oder TapTap. Doch ließen sich damit nur Postkarten innerhalb der USA verschicken. Postino funktioniert dagegen weltweit. Die Kosten der iPhone-Postkarte richten sich nach den jeweiligen Portogebühren, so bezahlt man etwa innerhalb der USA 1,99 $. Das Geld für die Briefmarke wird natürlich virtuell berappt: Postino arbeitet mit PayPal zusammen. Entwickelt wurde die App von einem italienischem Startup namens Anguria. Die Anwendung selbst ist kostenlos im App Store erhältlich. In manchen Fällen dürfte Postino nicht nur günstiger sein als die Hochglanz-Postkarte vom Kiosk am Corso, sondern auch die Roaming-Gebühren für eine Urlaubs-SMS nach unten toppen.

Besonders sparsame iPhone-Besitzer können mit Postino aber auch E-Cards verschicken…

e-card-mit-postino-per-iphone-schickenWer ganz besonders sparsam sein will, kann mit Postino allerdings auch eine E-Card verschicken, dann gibt man ganz einfach als Adresse die Mail-Adresse ein. In beiden Fällen kann man die sonnigen Grüße übrigens per Hand unterschreiben: mit dem Finger auf dem Touch-Screen. Wer besonders paranoid ist oder ein hieb- und stichfestes Alibi braucht, kann zusätzlich auch noch einen GPS-Stempel einfügen, frei nach dem Motto: Et in arcadia ego! Freuen werden sich über Postino letztlich nicht nur reisende iPhone-Besitzer, sondern auch die italienischen Postboten. Sie müssen in der Ferienzeit vielleicht nicht mehr ganz so viele Säcke mit Postkarten herumschleppen. Ganz verdrängen wird Postino die Postkarte aber wohl nicht, auch wenn manche iPhone-Fans schon schwören, sie würden ab jetztnie wieder eine Postkarte frankieren

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".