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E-Reader wecken Lesehunger: auf E-Books, aber auch auf Print

8 Aug 2012

Wer hätte das gedacht: der E-Book-Boom in den USA erhöht nicht nur den elektronischen Lesehunger. Inzwischen nimmt die Zahl der Leser zu, die ihr Lesegerät ab und zu beiseite legen, um sich gedruckter Lektüre zu widmen. Der Anteil von exklusiven E-Lesern sank zwischen August 2011 und Mai 2012 von 70 auf 60 Prozent. Immerhin 34 Prozent geben mittlerweile an, überhaupt keine mediale Präferenz zu haben (zuvor 25 Prozent). Das zeigen aktuelle Zahlen der Book Industry Study Group (BISG). Hoffnungsschimmer für die traditionelle Buchbranche, oder eher ein letztes Aufflackern der Gutenberg-Galaxis? Finanziert wurde die Umfrage bezeichnenderweise von der Buchhandelskette Barnes&Noble sowie dem Distributor Baker&Taylor.

Kindle Fire beliebtestes Lese-Tablet

Der BISG-Report zu Konsumenten-Einstellungen in Sachen E-Reading enthält auch interessante Daten über die genutzen Lesegeräte. Das Kindle Fire hat unter den E-Lesern offenbar erstmals das iPad überholt. Zwanzig Prozent von ihnen schmökern jetzt auf Amazons Android-Gerät, während Apples Tablet in der Gunst der Nutzer bei 17 Prozent auf der Stelle tritt. Weit abgeschlagen sind andere Tablets: das Nook von Barnes&Noble liegt bei fünf Prozent, andere Android Tablets ingesamt bei acht Prozent. Insgesamt konnten die Tablets gegenüber E-Ink-Readern erneut deutlich Geländegewinne verzeichnen. Bei den bevorzugsten Lesegeräten liegt Amazons Kindle-Reader mit 35 Prozent Anteil zwar immer noch klar vorn. Doch im August 2011 lag der klassische Reader noch bei stolzen 48 Prozent.

E-Ink-Reader verlieren an Boden

Verloren haben auch die E-Ink-Reader von Barnes&Noble – die Nooks mit Schwarz-Weiß-Display fielen in der Kategorie „Primary Reading Device“ von 17 Prozent auf 13 Prozent. Das könnte das mögliche Frohlocken von B&N über die teilweise Rückkehr der Kundschaft zur Print-Lektüre dann wieder etwas dämpfen. Profitieren dürfte auch von diesem Retro-Trend am Ende ohnehin vor allem Amazon. Denn schließlich muss der Online-Händler andes als die traditionelle Konkurrenz keine teure Mieten für Ladengeschäfte zahlen. Dank Print-On-Demand – siehe CreateSpace – werden zukünftig zudem die Lagerkosten für gedruckte Lektüre noch weiter sinken.

Abb.: Moriartys/Flickr