E-Reader in Deutschland: 33 Prozent mehr Umsatz bis Ende 2011 erwartet

Elektronisches Lesen boomt: bis Ende 2011 könnte der Umsatz mit E-Readern hierzulande von derzeit 24 Millionen auf 31 Millionen Euro steigen. Das teilten die Frankfurter Buchmesse und der Hightech-Verband BITKOM mit. Legt man einen Gerätepreis von durchschnittlich 150 Euro zu Grunde, würde das einer Zahl von etwa 200.000 verkauften E-Readern entsprechen. Auch der Absatz von E-Books dürfte in Verbindung damit deutlich nach oben gehen. Bereits im Frühjahr hatte eine repräsentative Umfrage im Auftrag von BITKOM ergeben, dass bis zu 2,9 Millionen Bundesbürger sich in diesem Jahr mit digitaler Lektüre eindecken wollen. Bei der Kaufabsicht wurde gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 32 Prozent ermittelt.

Tablets und Smartphones bleiben Umsatztreiber

Größter Umsatztreiber bei Geräten und digitalem Content bleiben allerdings Tablets und Smartphones, die dank Kindle-App, Libri eBookS-App etc. ebenfalls als Leseplattform dienen: Nach BITKOM-Berechnungen werden 2011 rund 10,1 Millionen Smartphones verkauft, 2012 wird sich diese Zahl noch einmal um auf 12,6 Millionen Stück erhöhen. Der Umsatz wird dann 2,3 Milliarden Euro betragen. Der Umsatz mit Tablet-PCs könnte im Jahr 2011 um 70 Prozent auf 770 Millionen Euro steigen, der Verkauf würde sich damit auf 1,5 Millionen Geräte nahezu verdoppeln. Zum Vergleich: bis 2010 wurden in Deutschland nach Angaben von Mediacontrol insgesamt etwa 500.000 elektronische Lesegeräte verkauft, 2011 wird wohl erstmals die Millionenmarke geknackt.

BITKOM auf der Buchmesse

Im Stammland des E-Book-Pioniers Amazon sieht das ganz anders aus: Für die USA erwarten die Analysten von Forrester & Gartner bis Ende 2011 bis zu 18 Millionen verkaufte E-Reader, knapp ein Drittel der US-Leser würde dann einen Reader besitzen. Im Leseland Deutschland dürfte dagegen ein Großteil des Contents mittelfristig nicht auf E-Ink-Displays, sondern auf dem Touch-Screens von Mobilgeräten gelesen werden. Am Trend zur Digitalisierung von Inhalten ändert das natürlich gar nichts: auf der kommenden Frankfurter Buchmesse spielt die elektronische Content-Verwertung wieder eine wichtige Rolle. Erstmals wird dort nun auch der Branchenverband BITKOM mit einem eigenen Stand vertreten sein und bietet im Fachprogramm eigene Veranstaltungen an.

(Abb.: Frankfurter Buchmesse)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".