E-Lesen beflügelt: Wingo-Case schützt vor dem „Kindle-Daumen“

E-Ink-Reader sind gut für die Augen, doch sind sie auch gut für die Hände? Dem US-Arzt und Ergonomie-Experten Anthony D. Andre zufolge überhaupt nicht: „So wie viele Nutzer ihren E-Reader halten, ist das deutlich schädlicher als etwa bei Tablets oder Smartphones“. Einerseits werden weitaus weniger Bewegungen ausgeführt als auf den Touchscreens anderer Mobilgeräte, zum anderen wird das Gerät nur mit den Fingern hochgehalten: „Das kann für Arme, Hände und Schultern schädlich sein“. Lange Lektüre führt somit zu Formen des „Repetetiven Stress Syndroms“ – in den USA ist der verspannte „Kindle-Daumen“ schon fast so berüchtigt wie der durch PC-Arbeit verursachte „Maus-Arm“.

Ausklappbare Flügel sorgen für relaxtes Lesen

Gerade ältere Vielleser wünschen sich deswegen oft eine ergonomische Reader-Hülle, die eine natürlichere Lesehaltung ähnlich wie bei einem aufgeschlagenen Buch erlaubt. Weil es die bisher nicht gab, haben sich die Produktdesigner Cole McGowan und Brian Schwab selbst an die Arbeit gemacht – herausgekommen ist nach mehr als zwei Jahren Vorbereitung jetzt das „Wingo-Case“. Zwei seitlich ausklappbare Flügel lassen den Reader auf den Handkanten ruhen und entlasten die Finger. Zusätzlich ist die Rückseite der Hülle gewölbt und mit einem Griffprofil versehen, das Handfläche und Finger unterstützt.

„Bequemer als gedruckte Bücher“

Eine ausklappbare Rückenstütze ermöglicht es zudem, den Reader in angeschrägter Position auf den Tisch zu stellen. Der eigentliche Clou sind aber die Ergo-Schwingen – Cole McGowan zufolge toppt die Kombination E-Reader plus Wingo Case sogar das gedruckte Buch: „Versteht mich nicht falsch, ich liebe echte Bücher, aber ein Kindle mit Wingo-Cover bietet eine Leseerfahrung, die weitaus bequemer ist als traditionelle Lektüre.“ Die erste Version des Wingo-Case wurde speziell für den „Tasten-Reader“ Kindle 4 entwickelt – zur Vermarktung setzen McGowan und Schwab auf die US-Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Die Idee scheint anzukommen: in 14 Tagen wurde bereits ein Drittel der anvisierten Summe von 55.000 Dollar eingesammelt. Via Pre-Order kostet das geflügelte Kindle-Case (inklusive Versand nach Europa) knapp 75 Dollar, geliefert wird ab August.

Abb.: Wingo Case

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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