Farbiges E-Ink kommt: Hanvon kündigt für 2011 Marktstart eines 9-Zoll-Readers mit Color-Display an

hanvon-color-e-ink-reader-marktstart-2011-440-dollarFarbiges E-Ink kommt näher: Anfang 2011 will Hanvon einen 9-Zoll-E-Reader mit Color-Display auf den Markt bringen. Diese Woche wird der chinesische Hersteller das Gerät auf der Messe „FPD International 2010“ erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. In China soll der Farb-Reader im Tablet-Format in einer UMTS-&WiFi-Version ab März für 440 Dollar in den Handel gelangen. Wann der Marktstart in den USA oder Europa kommt, ist allerdings noch ungewiss.

Hanvon ermöglicht farbiges E-Ink zum bezahlbaren Preis

So wie 2010 zum Jahr des Tablets wurde, könnte 2011 nun das Jahr sein, das Farb-E-Ink zum Durchbruch verhilft. Bisher waren es vor allem technische Probleme, die Farbe auf dem E-Reader ausgebremst haben – so hat etwa Amazon erklärtermaßen für das Kindle 3 auf bunte Displays verzichtet. Farbiges E-Ink sieht im Vergleich zu anderen Display-Techniken tatsächlich etwas blass aus. Barnes&Noble setzt beim neuesten Nook-Reader deswegen auch auf LCD. Das hat allerdings auch finanzielle Gründe: E-Ink in Farbe ist einfach noch zu teuer. Im letzten Jahr wagte sich Fujitsu mit einem Color-E-Ink-Display auf den Markt – in Japan wurde das mit WiFi & Bluetooth ausgestatte 8-Zoll-Gerät für rund 1000 Dollar verkauft. Im Angesicht von iPad & Co. nicht gerade ein konkurrenzfähiger Preis. Mit 440 Dollar liegt Hanvon bei seinem avisierten 9,6-Zoller dagegen sogar deutlich unter der Basisversion von Apples Tablet. Das dürfte vor allem auf dem US-Markt wichtig sein – der New York Times zufolge will Hanvon dort mit Farb-E-Ink in Zukunft auch präsent sein.

“Ohne Farbe werden E-Ink-Geräte vom Markt verdrängt“

Unter der Haube des Hanvon-Readers findet man übrigens ein normales schwarz-weiß-Display – die Farbwirkung wird durch einen darübergelegten Filter erzeugt. Der Kontrast verschlechtert sich durch solche Filter zwar, doch der Verlust wird bei Verwendung von besonders kontraststarken E-Ink-Displays (siehe Pearl-E-Ink beim Kindle) mehr oder weniger ausgeglichen. Ansonsten bleibt E-Ink natürlich E-Ink – anders als bei anderen stromsparenden Display-Techniken wie etwa von PixelQi sind Video-Clips noch nicht drin. Auch wenn Hanvons bunter E-Reader Tablet-Größe hat – als direkte Konkurrenz zum iPad ist das Gerät offenbar nicht geplant – es soll ein „dediziertes Lesegerät“ sein. Doch ohne Farbe geht wohl auch in diesem Bereich in Zukunft gar nichts mehr, wenn man den Marktstrategen glauben darf. “Farbe ist bei E-Ink absolut unabdingbar“, zitiert die NYT etwa den Forrester Research-Analysten James McQuivey. “Ohne Farbe werden E-Ink-Reader entweder durch LCD oder andere Konkurrenzprodukte vom Markt verdrängt.“

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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