E-Ink-Reader wird zum PC-Monitor – erstmals als offizielles Feature

Das wurde wirklich auch mal Zeit: erstmals wird mit dem „CBR“ ein E-Ink-Reader gelauncht, der sich alternativ als PC-Monitor nutzen lässt. Neben Windows-PCs soll man auch Mac- und Linux-Systeme auf das sechs Zoll große (bzw. kleine) E-Ink-Display beamen können. Hinter dem Projekt steht das chinesische Unternehmen Shenzhen Ocean Blue Technology, das aktuell auf der Crowdfunding-Plattform IndieGogo eine Pre-Order-Kampagne veranstaltet. Ab 69 Euro kann man den ansonsten ziemlich gewöhnlichen 6-Zoll-Tastenreader mit Frontlight und XGA-Auflösung vorbestellen – wer möchte, darf aber auch gleich 100 Stück für 6000 Euro ordern.

Im Unterschied zu zahlreichen Reader-Hacks von Kindle, Nook & Co. wird das „Second Screen“ beim CBR aber immerhin als offizielles Feature mitgeliefert – über ein USB-Kabel schließt man den Reader an den PC an, und los geht’s. Natürlich ist auf dem 6-Zoll-Display auch im Querformat nicht ganz so viel Platz wie auf einem großen Monitor, aber zumindest für mobile Anwendungen könnte eine solche Ergänzung Sinn machen. Manche Hacks bieten sicherlich mehr, etwa eine Verbindung via Bluetooth oder, wie im Falle des gehackten Kindle DX, deutlich mehr Displayfläche. Aber vielleicht wirkt die Indiegogo-Kampagne ja als kleiner Weckruf für die Branche – und beschert uns demnächst ein mobiles E-Ink-Display für den PC mit zehn oder zwölf Zoll.

Abb.: Screenshot

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".