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E-Ink trifft Smartphone: Yotaphone 2 setzt auf Dual-Screen-Konzept

19 Jan 2015

E-Ink, LED, oder doch gleich beides? Dual-Screen ist offenbar immer nur die zweitbeste Lösung – das zeigt sich mal wieder beim russischen Yotaphone 2. Das lange erwartete Android-Smartphone mit integriertem E-Ink-Display auf der Rückseite ist seit Ende 2014 auch in Deutschland erhältlich, die meisten Tester von Chip über ComputerBild bis zu SPOL konnte es aber nicht wirklich überzeugen. Dabei hatte Yota zwischenzeitlich durchaus an den Macken der ersten Version gearbeitet: das stromsparende Second Screen hat Touch-Funktionalität erhalten, die Auflösung wurde auf jetzt 4,7 Zoll und 960 x 540 Pixel erhöht (die AMOLED-Vorderseite hat 5 Zoll bei 1920 x 1080 Pixel). Zudem wurde das Äußere erkennbar verschlankt, das nun 9 Millimeter dünne Gerät wiegt gerade mal 145 Gramm.

Kritik: E-Ink unscharf, Touch-Screen träge

Viele normale Android-Apps und Basisfunktionen wie Uhrzeit, Termine, SMS und E-Mail-Nachrichten lassen sich somit spiegeln und auch auf der Rückseite bedienen und beliebige Daten anzeigen (mal abgesehen von Bewegtbild). Doch die Touch-Bedienung reagiert nur träge, bemängeln die Tester. Und außerdem sei das Schriftbild auf dem E-Ink-Screen deutlich unschärfer als bei einem normalen E-Reader. Das ist natürlich besonders misslich – denn die Möglichkeit zur längeren, akkuschonenden Lektüre von Texten sollte eine der Stärken solch eines Dual-Screen-Konzeptes sein. Immerhin: Wer den stolzen Preis von ca. 700 Euro für das Hybrid-Gerät berappt, kann durch häufige Nutzung der E-Ink-Rückseite die Akuuleistung auf bis zu drei Tage ausdehnen.

Optionale E-Ink-Hülle als Alternative?

Das ist im Vergleich zu konventionellen Smartphones wie dem Galaxy S5 oder dem iPhone 6 gar nicht mal so schlecht, im Vergleich zu reinen E-Ink-Smartphone-Konzepten wie dem Midia InkPhone von Onyx Boox aber eher mau: das chinesische Gadget soll nämlich bis zu einer Woche durchhalten, und das bei einem Gerätepreis von lediglich 150 Euro. Einziger Haken: das bereits 2014 vorgestellte Smartphone ist derzeit leider nicht lieferbar. Ganz auf E-Ink zum niedrigen Preis müssen Smartphone-Nutzer aber trotzdem nicht verzichten – denn optionale E-Ink-Hüllen wie InkCase oder popSlate sind zum vergleichsweise günstigen Preis verfügbar.

Abb.: Hersteller