E-Ink als iPad-Killer: ab 2011 mehr Kontrast, Farbe & Bewegtbilder

e-ink-als-ipad-killer-mehr-kontrast-farbe-bewegtbilderIn einem Interview mit Inquirer berichtet Sriram Peruvemba, Vize-Marketingchef der E-Ink Corp. über einen neuen Qualitätssprung bei elektronischem Papier. So wird sich etwa der Kontrast verdoppeln – liegt er momentan bestenfalls bei 6:1, dürfte er in Kürze das Verhältnis 10:1 bis 12:1 erreichen. Erste Geräte mit den verbesserten E-Ink-Displays werden bis Anfang 2011 in den Vertrieb gelangen. Der Hintergrund erscheint bei den neuen Displays weißer, die Buchstaben werden zugleich in einem intensiveren Schwarz dargestellt. Zeitgleich sollen offenbar auch farbige E-Ink-Displays auf den Markt kommen. Da der Farbeffekt durch Filter erzeugt wird, die über den schwarz-weißen Mikrokügelchen liegen, landet man am Ende jedoch bei einem Kontrast, der den aktuellen Displays nahekommt.

Videos auf dem E-Ink-Display verbrauchen weniger Strom als LCD-Technik

Die neue E-Ink-Generation kann erstmals auch Bewegtbilder darstellen. Unter Laborbedingungen sind bereits 30 Bilder pro Sekunde bei einer Auflösung von 600 mal 800 Pixeln möglich – der Stromverbrauch liegt dabei nur bei etwa 70 Prozent eines LCD-Displays: „Auf unseren Displays müssen beim Bildwechsel nur die Elemente erneuert werden, die sich verändern. Auf einem LCD-Screen muss dagegen ständig das gesamte Bild erneuert werden“, so Peruvemba. Während viele Beobachter angesichts des iPad-Hypes das elekronische Papier schon abgeschrieben hatten, gibt sich Peruvemba angesichts solcher Fortschritte kämpferisch: „Als Spielgerät, als Unterhaltungskonsole finde ich das iPad prima. Doch das Leseerlebnis auf dem Gerät ähnelt doch dem, was man bei einem Laptop erwarten würde. Und ich würde ehrlich gesagt ein Laptop nie zum Lesen von längeren Texten nutzen.“

Augen auf beim Reader-Kauf: PC World rät vom iPad als Lesegerät ab

Das sehen auch übrigens auch neutralere Beobachter so. Etwa Robert Strohmeyer von PC World: „Alle die vorhersagen, das iPad würde die Marktchancen für E-Ink-Geräte gegen Null tendieren lassen, liegen völlig falsch. Der Überraschungseffekt des iPads dürfte gerade darin liegen, den Wert von E-Ink zu beweisen.“ Die Tester von PC World bemängelten nicht nur den ermüdenden Effekt des LCD-Displays für die Augen. Sie kritisierten vor allem den schlechten Kontrast bei direktem Sonnenlicht: „Nehmen Sie ein iPad mit an den Stand und probieren Sie mal zu lesen. Sie können froh sein, wenn Sie außer ihrem Spiegelbild noch irgendwas anderes erkennen und es schaffen, auch nur einen einzigen Absatz zu lesen.“ Vom Kauf eines iPads als E-Reader rät die wichtigste US-Computerzeitschrift deswegen rundweg ab: „Das wäre keine gute Idee. Es ist teurer als die meisten Lesegeräte, und unter sehr vielen Beleuchtungssituationen schlechter zu benutzen.“

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".