E-Books zum Anfassen: eBookCards als clevere Lösung für stationären Handel

Anders als E-Reader werden E-Books werden bisher ausschließlich online verkauft – zum Leidwesen des stationionären Buchhandels, die damit noch mehr Kunden an Online-Portale verlieren. Das Problem liegt auf der Hand: man kann E-Books nicht in der Plastiktüte (oder im Jutebeutel) nach Hause tragen. Mit eBookCards könnte das nun anders werden. „eBookCards sind die ersten eBooks zum Anfassen und Verschenken“, so Thanh Nguyen, der Geschäftsführer des Web-2.0-Verlages EPIDU. „Verlage, Buchhandlungen und Leser werden gleichermaßen von diesem Produkt profitieren.“ Hinter dem Namen eBookCards verbergen sich Klappkarten aus Papier, die mit Buchcover, Info-Texten und einem Download-Code ausgestattet sind. Der lässt sich entweder am PC abtippen oder als QR-Code mit dem Smartphone einscannen.

Ab April gibt’s eBookCards in der Buchhandlung

Für die Bereitstellung der elektronischen Lektüre sorgt Ceebo, die E-Book-Plattform von Mediacontrol. Die Auslieferung der eBookCards in die Buchhandlungen übernimmt der Barsortimenter Umbreit. Die ersten eBookCards werden in den nächsten Tagen auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt. Ab April kann soll man die Gutscheinkarten dann bereits in ausgewählten Buchhandlungen kaufen können. Zu den teilnehmenden Verlagen gehören etwa Klett-Cotta, Bastei Lübbe, Carl Hanser oder Herder. Technisch unterscheiden die via Code heruntgeladenen E-Books nicht von elektronischer Lektüre, die direkt im E-Store gekauft wird. Auch die eBookCard-Schmöker sind in den meisten Fällen DRM-geschützt, einige der teilnehmenden Verlage bieten jedoch auch E-Books an, die lediglich mit digitalem Wasserzeichen versehen sind.

E-Books anonym kaufen dank Barzahlung

Für die Leser ergibt sich durch eBookCards alleine schon aus Sicht des Datenschutzes eine interessante Alternative – schließlich kann man ein E-Book im Laden bar bezahlen und bleibt gegenüber Buchhandlung bzw. Verlag wie beim Kauf eines Printbuches vollkommen anonym. Abgesehen davon, dass natürlich bei DRM-geschützten E-Books die Nutzerdaten bei Adobe Digital Editions landen. Sinnvoll erscheint zudem die Kombination aus Papier und Download-Code, gerade auch für Kunden, die ein E-Book verschenken möchten. Bisherige Experimente etwa von Libri setzten dagegen auf spezielle Download-Stationen, an denen man in der Buchhandlung E-Books auf einen mitgebrachten USB-Stick übertragen konnte. Das Buch selbst blieb dabei zwangsläufig virtuell, es gab also außer dem Kassenbon nichts zum Anfassen. Noch besser als greifbare eBookCards wäre freilich eine viel naherliegendere Lösung – nämlich Printbücher mit Download-Codes oder Rabatt-Gutscheinen für einen vergünstigten E-Book-Download.

Tipp: auf der Leipziger Buchmesse gibt’s Infos zu eBookCards an den Ständen der Kooperationspartner: EPIDU (Halle 5 B501), ceebo bzw. media control (Halle 5 E517), Umbreit (Halle 3 D205).

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

Ein Gedanke zu „E-Books zum Anfassen: eBookCards als clevere Lösung für stationären Handel“

  1. Klingt gut. Funktioniert aber nur wenn eine kritische Masse überschritten wird und genügend Verlage mitmachen.
    Wenn der Kunde im Buchladen aber den Text lesen kann, wer hindert ihn dann daran, den Code auf der gegenüberliegenden Seite gleich in der Buchhandlung einzuscannen und das Buch runterzuladen – ohne zu zahlen?

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