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E-Books online erstellen mit Booktype & PressBooks (Teil 2)

24 Feb 2012 3 Kommentare

Für Self-Publishing-Autoren und kleine Verlage sind E-Books das Medium der Wahl – vor allem, um die Produktions- und Vertriebskosten so gering wie möglich zu halten. Doch dafür haben sie in der Regel auch den ganzen Workflow vom Manuskript bis zum fertigen Buch zu bewältigen. Zum Glück machen Online-Tools die Arbeit am Text immer leichter. In der ersten Folge unserer Miniserie haben wir Booktype vorgestellt, im zweiten Teil geht es nun um PressBooks. Mit diesem auf WordPress basierenden Tool lassen sich via Browser einzeln oder im Team E-Books und Druckvorlagen erstellen. Und das beste: die Nutzung ist kostenlos.

Vom Blog zum Buch, von WordPress zu PressBooks

WordPress kann als weltweit wichtigstes Autoren-Tool für das Internet gelten – rund um den Globus nutzen mehr als 70 Millionen Websites die freie Blog-Software. Alleine auf WordPress.com werden Tag für Tag 500.000 Artikel und 400.000 Kommentare gepostet. PressBooks will diese Erfolgsstory weiterschreiben – und hat auf der Grundlage von WordPress ein neues Publishing-Tool für E-Books geschaffen. Da E-Books strukturell genauso aus HTML-Seiten aufgebaut sind wie Blogseiten, ist der Weg vom Blog zum elektronischen Buch prinzipiell nicht sehr weit. Zahlreiche WordPress-Plugins ermöglichen bereits den Export von Artikeln beispielsweise in ein epub-Dokument. PressBooks bietet aber weitaus mehr – es ist ein komplettes (Multi-)Autorenwerkzeug, um E-Books mit allen Finessen zu erstellen und dann direkt online zu veröffentlichen bzw. als PDF, epub und XML-Dokument zu exportieren. Wie ein fertiges Buch im PressBooks-Stil aussieht, zeigt das Beispiel des von O’Reilly herausgegebene Titel „Book: A Futurist’s Manifesto“.

Dokumentenstruktur per Drag&Drop ändern

Um Pressbooks zu nutzen, muss man zunächst – ähnlich wie bei WordPress.com – ein eigenes Account anlegen. Dazu gehört eine eigene Webadresse nach dem Muster EigenerTitel.pressbooks.com, unter der dann das fertige E-Book online veröffentlicht werden kann. Wer schon einmal einen Blog-Artikel mit WordPress verfasst hat, wird sich im PressBooks-Dashboard (sozusagen dem „Hauptmenü“) sofort zurecht finden. Statt einzelnen Artikeln werden mit PressBook im Bereich „Text“ ganz einfach einzelne Kapitel erstellt und verwaltet. Grundsätzlich besteht jedes E-Book unter PressBooks aus zwei Teilen – der „Front Matter“ (etwa für das Vorwort) und dem „Main Body“, mit „Add Part“ fügt man weitere Abschnitte hinzu. Ähnlich wie bei Booktype lässt sich die Struktur des Dokumentes dabei in einer Inhalts-Übersicht per Drag&Drop verändern. Die Media-Library erlaubt das Hochladen und Verwalten von Bildern, die zur Illustration dienen sollen. In der Rubrik „Book Information“ werden Info-Texte, Coverbilder und Copyright-Informationen hinzugefügt. Neben dem Anlegen von speziellen Autoren-Profilen gibt es die auch von WordPress bekannten User-Accounts mit abgestuften Berechtigungen (vom Administrator bis hinab zum einfachen Leser).

E-Book online veröffentlichen

Liegt bereits ein kompletter Text vor, erstellt man ganz einfach die entsprechenden Kapitel und fügt mit Copy & Paste den jeweiligen Inhalt ein. Im PressBooks-Editor stehen die WordPress-üblichen Formatierungsfunktionen zur Verfügung, und man kann wie gewohnt zwischen WYSIWYG („Visual“) und HTML-Ansicht hin- und herwechseln. Das fertige Kapitel wird wie ein WordPress-Artikel entweder als Entwurf gespeichert („Save Draft“) oder direkt veröffentlicht („Publish“-Button). Veröffentlichen heißt in diesem Fall: das neue Kapitel lässt sich unter der Adresse EigenerTitel.pressbooks.com aufrufen. Stellt man unter „Privacy Settings“ die Sichtbarkeit auf „Private“ ein, können allerdings nur eingeloggte Projekt-Nutzer die Online-Version des E-Books sehen. Auch nicht ganz uninteressant: gibt man unter „Setting“ eine Google-Analytics-ID ein, lässt sich das Besucher- und damit Leserverhalten tracken. In einer späteren Version von PressBooks soll die Online-Ansicht auch Kauflinks enthalten, mit denen sich dann E-Book-Versionen für elektronische Lesegeräte vermarkten lassen.

Export als epub, PDF oder XML

Am Ende des Workflows steht natürlich für die meisten Autoren primär der Export des E-Books in ein Format wie epub, PDF oder XML. In der Kapitelübersicht von PressBooks kann man dazu alle Teile des Buches markieren, die mit in das Dokument aufgenommen werden sollen. Unter „Export“ lassen sich im epub-Bereich dann zahlreiche Stilvarianten anwählen, optional kann man auch eine eigene CSS-Datei hochladen. Weitere Exportmöglichkeiten sind druckfertige PDFs sowie XML-Dateien (ICML/Wikibook). Klickt man nach der Auswahl auf „Generate“, wird die E-Book-Datei erstellt, und am Fuß der Seite erscheint unter „Exported File“ ein neuer Download-Link.

Fazit: Bereits für den einzelnen Self-Publishing-Autor ist PressBooks eine komfortable Lösung, um in wenigen Schritten fertigen Text in ein E-Book zu verwandeln und es auch online ansprechend präsentieren zu können. Gerade die aus WordPress übernommen Multi-User-Funktionen erleichtern aber auch das kollaborative Schreiben und Überarbeiten von Manuskripten.

3 Kommentare »

  • madlin schrieb:

    Interessanter Ansatz, besonders bei der Erstellung eines eBooks durch mehrere Autoren. Madlin

  • MexxBooks: Ein Forum kocht | MexxBooks BuchClub schrieb:

    […] nutzen auch große Verlage wie O’Reilly PressBooks für ihre Buchproduktion (ein guter Bericht über PressBooks findet sich bei e-book news von Ansgar […]

  • Bücher schreiben mit WordPress | WordPress & Webwork schrieb:

    […] weitere Alternative, die ich hier gefunden habe nennt sich PressBooks und es handelt sich um einen Dienst, der auf WordPress […]