E-Books in den USA erstmals Milliarden-Dollar-Business, Umsatzanteil bei 15 Prozent

Der E-Book-Boom auf dem US-Buchmarkt geht ungebrochen weiter: im Jahr 2011 hat sich der Umsatz mit elektronischer Lektüre mehr als verdoppelt – und durchbrach erstmals die Milliarden-Dollar-Grenze. Wurden 2010 noch E-Books im Wert von 870 Millionen Dollar verkauft, waren es im letzten Jahr 2,1 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Marktanteil von 15 Prozent (Vorjahr: 6 Prozent). Diese aktuellen Zahlen beruhen auf einer gemeinsamen (& offenbar zeitaufwändigen) Erhebung der Association of American Booksellers und der Book Industry Study Group unter knapp 2000 Verlagen („BookStats 2012“). Dem starken Wachstum im digitalen Sektor steht insgesamt ein negativer Branchentrend gegenüber – mit Büchern wurden in den USA im letzten Jahr 2,5 Prozent weniger Umsätze gemacht als im Jahr zuvor. Die Zahl der verkauften Titel kletterte dagegen um 3,4 Prozent nach oben.

Adult Fiction als Schrittmacher

Für einen kräftigen Anstieg im Bereich „Children’s/Young Adult Fiction“ (Kinder- und Jugendbuch) sorgten Blockbuster wie die „Hunger Games“-Trilogie, die nicht zufällig auch elektronisch zu haben ist. Hier wurde ein Einnahme-Plus von 12 Prozent verzeichnet. Im Bereich „Adult Fiction“ (vergleichbar mit „Belletristik“) war der Vormarsch von E-Books besonders stark: so avancierten digitale Schmöker zum umsatzstärksten Format überhaupt, und machen nun satte 30 Prozent aus, gegenüber 13 Prozent im Vorjahr. Die Zahlen für das erste Quartal 2012 bestätigen diesen Trend – erstmals gingen in den ersten Monaten dieses Jahres mehr E-Books als Hardcover über den Ladentisch.

Stationärer Buchhandel auf dem Rückzug

Wie groß dabei inzwischen Amazons Anteil am Gesamtbuchmarkt sein dürfte, zeigt ein Blick auf die einzelnen Distributionskanäle: der stationäre Buchhandel besetzt zwar laut „BookStats 2012“ mit einem Anteil von 31,5 Prozent trotz starker Verluste (siehe Borders-Pleite) immer noch Platz eins, der Online-Handel liegt jedoch inzwischen schon bei 18,5 Prozent. Geschwächt wird der klassische Buchandel zudem durch den erstarkenden Direkt-Verkauf von Verlagen an den Endverbraucher. Hier wurde 2011 erstmals ein Milliardenbetrag erwirtschaftet, bei Zuwächsen von 58 Prozent (!) im Vergleich zum Vorjahr.

Abb.: Flickr/twenty_questions

(via PaidContent & HuffPo)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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