Home » E-Book-Handel

E-Books im Abo: Buchhandel entdeckt Flatrate als Geschäftsmodell

27 Jun 2012

Flatrate, wir kommen: Die Börsenvereinstochter MVB plant „Miet- und Verleihmodelle für E-Books“, die sowohl auf einzelne Titel wie auch gebündelten Content ausgerichtet sind. Technische Grundlage soll eine Cloud-Reading-App bilden, die von der Plattform Libreka! zur Verfügung gestellt wird. Neben günstigen Abo-Preisen bietet die Online-Lektüre auch mehr Komfort, denn die E-Books sind via Browser auf zahlreichen Mobilgeräten nutzbar, lästiges DRM bleibt also verzichtbar. Ab 2013 könnte der deutsche Buchhandel solchermaßen in das Geschäft mit Flatrates und E-Book-Abonnements einsteigen. Vorgestellt wurde die Rent-A-Book-Variante erstmals während der diesjährigen Buchtage Berlin. Einzelheiten zum Mietmodell und den zu erwartenden Kosten für den Konsumenten sind noch nicht klar: „Gemeinsam mit Verlagen und dem Sortiment wollen wir einheitliche Nutzungsbedingungen erarbeiten“, so MVB-Chef Schild.

Wie E-Book-Flatrates in der Praxis funktionieren, zeigt seit Anfang 2012 bereits Skoobe, ein Angebot der Verlage Bertelsmann & Holtzbrinck. Wer die gleichnamige App auf iPhone oder iPad installiert, darf zum Abo-Preis von 9,99 Euro monatlich jeweils fünf Titel gleichzeitig ausleihen. Umfangreiche Leseproben ermöglichen auch für Nicht-Abonnenten das Anlesen aller verfügbaren Bücher. Die Titel können auf bis zu drei Apple-Geräten gelesen werden. Ein Offline-Modus erlaubt die Fortsetzung der Lektüre auch ohne aktive Internet-Verbindung. Auch für den MVB-Cloud-Reader soll eine vergleichbare Möglichkeit angeboten werden, und zwar in Verbindung mit einem neuen Trekstor-Reader, der in der zweiten Jahreshälfte 2012 an den Start gehen soll.

Die ökonomische Bedeutung von Flatrate-Angeboten wächst: MVB-Chef Schild verwies selbst darauf, dass etwa der Hörbuch-Anbieter Audible in Deutschland bereits 85 Prozent seines Umsatzes mit Audiobooks im Abo erzielt. Schützenhilfe für die Flatrate gab es auf den Buchtagen zugleich auch von Sascha Lobo: in einer Keynote riet der Alpha-Blogger den deutschen Buchmachern, sich an einen Produktpreis von Null Euro zu gewöhnen, und stattdessen umfassendere Service-Angebote zu lancieren. Das große Vorbild stellt dabei wie so oft Branchenprimus Amazon dar: Premium-Kunden bietet das Unternehmen in den USA gegen eine Jahresgebühr von 79 Dollar neben kostenlosen Streaming-Videos auch mehr als 100.000 E-Books zur Gratis-Ausleihe an.

Abb.: Yinghai/Flickr