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E-Books aus der Cloud: Google wird zum deutschen E-Buchhändler

Google verkauft ab jetzt auch in Deutschland E-Books – die Plattform Google Play macht hunderttausende aktuelle Titel per Mausklick verfügbar. Mit im Boot sind bereits zahlreiche große Verlage wie Heyne, Bastei Lübbe, C.H. Beck, Hoffmann & Campe oder Klett Cotta, weitere sollen folgen. Lesen lassen sich Google Books sowohl online im Browser wie auch über Google Apps für Android- und iOS-Geräte, auf iPhone und iPad ist allerdings kein In-App-Shopping möglich. Da Google auf die Branchenstandards epub sowie PDF setzt, sind die E-Books via Download übrigens auch auf klassischen E-Readern nutzbar (DRM-geschützt mit Adobe Digital Editions). Bereits seit Anfang des Jahres konnte man über die cloudbasierte Plattform Google Play Android-Apps und Games herunterladen. Weitere Dienste wie Google Music und Google Movies bleiben für deutsche Nutzer allerdings noch verschlossen.

Von der Buchsuche zum Buchladen

„Niemand hat die Absicht, einen E-Store für Bücher zu eröffnen.“ So beruhigte Google noch vor einigen Jahren die Gralshüter der Gutenberg-Galaxis. Denn das gewaltige Scan-Projekt des Suchmaschinen-Riesen machte nicht nur Bibliothekare nervös. Tatsächlich öffnete nach der Google Buchsuche dann plötzlich auch der Google eBookstore seine Pforten, zumindest in den USA. Mit dem iRiver Story HD kam dort im letzten Jahr zudem ein „Google Reader“ auf den Markt, der drahtloses Shoppen im elektronischen Buchladen ermöglichte. Ein langes Leben war Googles Bookstore aber nicht beschieden – er ging vor kurzem in Google Play auf. Die cloudbasierte Plattform wurde ursprünglich für Googles Android Market geschaffen, später aber für andere Content-Formen ausgeweitet. So sind E-Books nun nur eine weitere Säule im digitalen Gemischtwarenladen.

Google bietet E-Books mit Umtauschrecht

Zugleich bleibt Googles Buch-Universum vorerst zweigeteilt: denn Google Play und Google Buchsuche sind nur teilweise miteinander verzahnt worden. Eingeloggte Google-User können so etwa auf Public-Domain-Titel, die sie ihrer Google Books-Bibliothek hinzugefügt hatten, auch direkt via Google Play zugreifen. Umgekehrt greift die Suchfunktion von Google Play jedoch nur auf aktuelle Titel zu, die sich direkt erwerben lassen. Für die Recherche in wissenschaftlichen Werken oder Klassikern bleibt die Buchsuche bis auf weiteres unverzichtbar. Bezahlt wird bei Google Play derzeit ausschließlich mit Kreditkarte. Dafür gibt’s interessanterweise aber E-Books mit Umtauschrecht. Denn in den Nutzungsbedingungen gewährt Google freiwillig das Recht, „den Vertrag über den Erwerb von digitalen Inhalten (…) innerhalb einer Frist von sieben Werktagen (…) rückgängig zu machen“.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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