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E-Books als Top-Umsatztreiber: Deutscher Download-Markt startet durch

25 Sep 2012

Von wegen Nischenprodukt – E-Books kommen ganz groß raus. Zumindest, wenn man den nationalen Markt für digitalen Content-Download betrachtet, der im ersten Halbjahr 2012 laut GfK Media*Scope immerhin 392 Millionen Euro umfasste. Neben Musik, Games, Software und Filmen kann sich der Umsatzanteil von elektronischen Büchern dabei mit 11 Prozent bzw. 40 Millionen Euro durchaus sehen lassen. Überhaupt stehen Bücher bei den Deutschen hoch in der Gunst. Im gesamten Entertainment-Markt kommt traditionelle Lektüre auf einen Umsatzanteil von 39 Prozent – während im Download-Sektor immer noch Musik die Nase vorn hat. Doch E-Books holen deutlich auf, ihr Umsatzanteil verdoppelte sich innerhalb von 12 Monaten, und überholte dabei nicht nur Hörbücher, sondern auch Videos.

Angefeuert wird der E-Book-Boom made in Germany durch die wachsende Zahl von Lesegeräten. Laut GfK besitzen bereits 2,2 Millionen Deutsche einen E-Reader. Knapp die Hälfte davon lässt in der Altersgruppe von 30- bis 49-Jahren verorten. Ob auf E-Ink-Display oder LCD-Touchscreen gelesen wird, hängt dabei offenbar stark vom Geschlecht ab: vor allem Frauen favorisieren klassische E-Reader, Männer dagegen konsumieren E-Books bevorzugt auf Tablet-PCs oder Smartphones. Rein zahlenmäßig haben Tablets und Smartphones den E-Reader allerdings längst abgehängt: bis Ende des Jahres 2012 werden in Deutschland mehr als 2 Millionen Tablets und mehr als 23 Millionen Smartphones über den Ladentisch gehen, schätzt der Branchenverband BITKOM.

Vor allem Lese-Apps und Direkt-Downloads auf dem Touch-Screen von Smartphones und Tablets garantieren dem E-Book-Markt somit das Potential zum Milliarden-Euro-Business. Der Online-Versand von gedruckten Büchern ist dort längst angekommen – mit 15 Prozent am gesamten Buchmarkt machte er 2011 laut Börsenverein knapp 1,3 Milliarden Euro aus (gesamter Buchmarkt: 9,6 Mrd Euro). Doch nicht jeder Laden ist ein Runterladen: Über die Hälfte des Gesamtumsatzes wird bisher immer noch durch den Sortimentsbuchhandel vor Ort erwirtschaftet. Das Verhältnis könnte sich in Zukunft umdrehen, zumal auch viele Verlage zunehmend auf den Direktverkauf via Internet setzen.

Abb.: Flickr/My Sight, as You See