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E-Book-Streaming aus der Rechnerwolke: Google eBookstore offiziell gestartet

3 Dez 2010

google-ebookstore-gestartetDas E-Book aus der Datenwolke steht vor der Tür: Googles großer eBookstore ist heute offiziell gestartet. Gelesen werden die E-Books von Google vor allem im Browser bzw. via App – egal, ob auf Desktop, Laptop, Smartphone oder Tablet. Bis zu 500.000 kommerzielle Titel sollen für US-Kunden verfügbar sein, dazu kommen Millionen Public Domain-Bücher, die von Google in Bibliotheken eingescannt wurden. In Deutschland startet Google Editions frühestens im März 2011. [Artikel aktualisiert am 6.12.2010]

Google Books verkauft auch jetzt schon Bücher

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Eigentlich sollte Google Editions schon im Juli 2010 starten, doch „technische und juristische Hürden“ hatten das offenbar verhindert. Nun ist die größte E-Buchhandlung nur wenige Tage nach der offiziellen Ankündigung bereits online. Bei kommerziellen Titeln liest man zur Zeit allerdings den Hinweis: „The latest Google eBooks are not available for sale in your location, yet…“. In Deutschland startet Google Editions nämlich frühestens im März 2011. Die Verhandlungen mit Verlagen sind nach Informationen des Wall Street Journals offenbar nun in der Abschlussphase. Indirekt verkaufte Google aber auch in Deutschland schon jetzt Bücher. Denn schließlich verlinkt die Google Buchsuche direkt auf verschiedene Anbieter von Print-Versionen, etwa Libri, Buch.de oder Weltbild. Eine spezielle Shop-Suche ermöglicht zudem auch den virtuellen Einkauf zugunsten einer lokalen Buchhandlung. Neu ist allerdings der Verkauf von kommerziellen E-Books – sowohl auf Googles eigener Webpräsenz wie auch durch Reseller. Alleine in den USA sind mehr als 200 unabhängige Buchhändler mit dabei sein.

Google E-Books wohnen in der Rechnerwolke

Zur Zeit wird der E-Book-Markt in den USA zwar zu etwa 80 Prozent von Amazon beherrscht. Doch mit 190 Millionen monatlichen US-Besuchern auf google.com verfügt der Suchmaschinenriese über eine solide Ausgangsbasis. Außerdem muss Google auch keine E-Reader unter die Leute bringen. Der Kindle-Killer ist der Content selbst. Denn bei Google Editions geht es um eine Web-Applikation -- gelesen wird via Browser, die Daten selbst bleiben auf dem Google Server, bzw. für die Offline-Lektüre im Browser-Cache. E-Books via Google können also mit jedem internetfähigen mobilen Endgerät genutzt werden -- Apps werden (wiederum gilt hier zur Zeit: „US-only“) sowohl für Apple- wie auch Android-Geräte angeboten. Die E-Book-Lektüre aus der Datenwolke hat allerdings seine Tücken: bereits bei Google Books würden „Lesegewohnheiten in bisher nicht dagewesener Präzision aufgezeichnet“, kritisiert die Electronic Frontier Foundation. Googles neuer E-Book-Werbetrailer klingt insofern nicht beruhigend: „It’s not only simple, it’s automatic“.

Keine Buchpreisbindung beim Bundling von E-Book & Print

Zum Glück ist man aber nicht zwangsläufig online -- denn auch die Offline-Lektüre auf nicht-vernetzten Geräten ist möglich. Da Google bei E-Books auf die Formate epub und PDF setzt, in Verbindung mit Adobe Digital Editions, kann man Google E-Books downloaden und auf normale E-Ink-Reader übertragen. Nur auf einem Gerät landen die Google eBooks so leider nicht -- Amazons Kindle. Bis auf weiteres können Kindle-Nutzer kopiergeschützte Titel aus Googles großer Buchhandlung höchstens online im experimentellen Browser lesen. Die weite Verbreitung von epub-fähigen Geräten in Deutschland dürfte den Google eBookstore auch hierzulande attraktiv machen. Einen Preiskampf wird es allerdings nicht geben. Normale E-Book-Versionen werden dank Buchpreisbindung bei Google nicht günstiger über den digitalen Ladentisch gehen als anderswo. Allerdings werden die Verlage via Google wohl auch das “Bundling” von E-Books & Print praktizieren. Die Kombination Hardcover bzw. Paperback plus E-Book könnte dabei zu einem vergleichsweise niedrigeren Gesamtpreis angeboten werden.