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E-Book statt Schulbuch, Whiteboard statt Tafel: Was deutsche Schüler wirklich wollen

4 Jan 2011 1 Kommentar

e-book-statt-schulbuch-bitkom-umfrage-unter-schuelern Deutsche Schülerinnen und Schüler wünschen sich mehr elektronische Medien im Unterricht – das ergab eine Umfrage des Branchenverbands BITKOM. Nur 29 Prozent der befragten Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren meinte allerdings, E-Books oder Lernprogramme könnten gedruckte Bücher vollständig ersetzen. Die große Mehrheit ist dagegen der Meinung, das sei nicht der Fall.

„Wir brauchen gute Technik, aber auch gute Lehrer“

Was den Schülern vorschwebt, ist offenbar eher ein Nebeneinander von Buch & High-Tech: Mehr als zwei Drittel der Pennäler erwarten nämlich immerhin, mit zusätzlichen elektronischen Medien besser und leichter lernen zu können. Dieser Meinung ist auch BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer: „Ein modularer Aufbau der elektronischen Lerneinheiten mit differenzierten Inhalten und Tests macht es einfacher, die Schüler individuell zu fördern.“ Zwischen privat genutzer Technik und dem Schulalltag klafft allerdings eine große Lücke. Laut Umfrage hapert es in vielen Schulen bereits an der Basisausstattung mit PCs. Bei 43 Prozent aller Schüler werden Computer im Unterricht entweder gar nicht oder seltener als einmal pro Woche eingesetzt. „Eine gute Ausstattung mit Computern, Internetzugängen und Whiteboards ist die Grundlage für einen modernen Unterricht“, so BITKOM-Präsident Scheer zu diesem Mißstand. Ebenso wichtig wie die Technik seien allerdings auch gut geschulte Lehrer, die neue Lernkonzepte in der Praxis umsetzen können.

Bild: Pixelio/Dieter Schutz

Ein Kommentar »

  • steinhau schrieb:

    Allein schon wegen der Schlepperei sollten digitale Lernmedien ENDLICH flächendeckend Einzug in den Schulalltag halten. Mehrere Kilo Bücher transportieren Schulkinder täglich in ihren Mappen/Ranzen/Taschen hin und her. Das geht auf den Rücken!
    Und wieso das noch?
    In der Schule, auf die meine Kinder gehen (Gymnasium in Berlin), ist die Kreidezeit bereits seit letztem Sommer vorbei: Es existieren nur noch Whiteboards und Smartboards, KEINE EINZIGE Kreidetafel mehr, nirgends in der Schule – da drängen sich digitale Ausgaben der Lehrbücher doch geradezu auf. Von mir aus auch erstmal „nur“ PDF-Versionen der existierenden Werke, ohne Schnickschnack, aber digital.
    Erstens, weil doch die Lehrer ihren Unterricht ohnehin schon per Computer und Whiteboard vorbereiten und durchführen oder begleiten. Zweitens, weil doch die Schüler für Referate längst Computer und Präsentationsprogramme benutzen – nicht nur dürfen sondern sogar sollen!
    Gewiss wäre eine breite Digitalisierung des schulischen Lernens desto sinnvoller, je mehr dabei die Lehrformen der Lehrer sowie interaktive Selbstlernformate integriert und modernisiert würden. Denn lediglich für die Hausaufgaben das Nachlesen und Zusammenfassen von Wikipedia-Texten „zuzulassen“ und das dann als „die neuen Medien“ nutzendes Lernen zu verstehen – das kann es ja wohl nicht sein. Und an Konzepten, Produkten und Plattformen für interaktives, multimediales Lernen mangelt es gewiss nicht.
    Aber, klar, die Bildungsverwaltungsmühlen mahlen langsam, das dauert wohl noch.
    Um aber wenigstens nicht weiter den Orthopäden zuzuarbeiten und zudem Papier zu sparen, sind digitale Schulbücher ja wohl das Gebot der Stunde!
    Naja, schön, das Gebot dieses Jahrzehnts …