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E-Book-Marktanteil wuchs 2015 nur noch langsam — glauben zumindest GfK & Börsenverein

17 Feb 2016 0 Kommentare

ebook-in-deutschland-2015Verhaltenes Wachstum auf niedrigem Niveau, so lässt sich die aktuelle Entwicklung beim E-Book-Umsatzanteil auf dem deutschen Publikumsmarkt zusammenfassen — wenn man den via GfK Consumer Panel ermittelten Zahlen für das Jahr 2015 Glauben schenkt. Demnach kamen die Warengruppen Kinder- und Jugendbuch, Belletristik, Ratgeber und Sachbücher/Lexika im vergangenen Jahr insgesamt auf einen Marktanteil von 4,5 Prozent, d.h. 0,3 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2014. Den Löwenanteil davon räumte wie gehabt die Roman-Fraktion ab: Belletristik erzeugte 86 Prozent der elektronischen Buchumsätze.

Ein möglicher Grund für das vermeintliche Abebben des Booms: Die Anzahl der E-Book-Käufer in deutschen Landen soll stagnieren. Zu den Nicht-mehr-ganz-so-early-Adoptern digitaler Lektüre gehörten 2015 nämlich 5,7 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung ab 10 Jahren, und damit 3,9 Mio. Menschen. Ein statistisches Déjà-Vu: denn im Jahr 2014 waren es genauso viele.

Allerdings dürften auch diese Zahlen erneut viel Diskussionsbedarf bieten, nachdem erst kürzlich viele Verlagsauslieferer ein ganz anderes Bild gezeichnet haben: der E-Book-Markt grünt und blüht mit deutlich zweistelligem Umsatzplus. Erneut steht somit die Frage im Raum: inwieweit wird das kleine E-Book-Marktsegment mit den hochgerechneten GfK-Zahlen überhaupt korrekt erfasst?

Erst recht Grund für Skepsis besteht, seitdem selbst auf die Zahlen aus dem Printbereich — wenn auch aus etwas anderen Gründen — kein Verlass mehr ist. Gerade erst wurde der vom Börsenverein regelmäßig publizierte „Branchenmonitor Buch“ vorübergehend eingestellt. In einer „Sondermeldung“ an die Abonnenten wurde bekanntgegeben: „Die von GfK Entertainment im Handelspanel Buch erhobenen Daten, auf denen der Branchen-Monitor BUCH basiert, bilden derzeit die tatsächliche Marktentwicklung nicht valide ab“.

Schuld seien Exklusivverträge der Marktforscher mit einzelnen Buchhandelsunternehmen, die ihre Daten unter Verschluss halten — eine repräsentative Marktabdeckung sei derzeit deshalb nicht gewährleistet. Bis zur Leipziger Buchmesse im März wird nun immerhin eine gemeinsame, neue Lösung in Sachen Printmarkt-Statistik angestrebt. Vielleicht ja ein gutes Vorbild für eine ähnliche Kooperation im E-Book-Handel? Welches Bild würde sich wohl bieten, wenn man die realen Marktdaten von Amazon und der Gran Tolino-Koalition vor sich hätte?

Abb.: Infografik des Börsenvereins, Ausschnitt (cc-by-sa-4.0)

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