E-Book-Markt: Kinder- & Jugendbuch-Bestseller treiben Digital-Umsätze hoch

miss-peregrines-home-for-peculiar-childrenJ. K. Rowling, Ransom Riggs, Peter Larangis – gerade Autoren aus dem Kinder- und Jugendbuch-Sektor gehörten zu den Umsatztreibern des letzten Quartals 2016. Das hat sich hierzulande auch bei E-Books bemerkbar gemacht, der Umsatz mit elektronischer Lektüre wuchs in der Weihnachtssaison um satte 9,5 Prozent. Das meldet der Börsenverein, gießt aber gleich wieder Wasser in den Wein. Denn für das ganze Jahr kam nur ein mageres Wachstum von 2,6 Prozent heraus, der E-Buch-Marktanteil stieg minimal von 4,5 auf 4,6 Prozent.

Absatz steigt, Preise sinken

Hinter diesen Zahlen verbirgt sich wiederum ein komplexes Gemisch aus widersprüchlichen Trends: Der E-Book-Absatz auf dem Publikumsmarkt stieg nämlich immerhin um 4,1 Prozent, die durchschnittlich pro elektronischem Titel bezahlten Preise sanken jedoch um 1,4 Prozent. Noch verwirrender kommt hinzu: die Zahl der E-Book-Käufer soll im letzten Jahr leicht gesunken sein – sie sank nach Angaben des Börsenvereins um 2,2 Prozent von 3,9 Millionen auf 3,8 Millionen Personen.

Keine realen Umsatzzahlen vorhanden

Weniger Käufer als 2015 insgesamt haben letztes Jahr zugleich in absoluten Zahlen mehr E-Books gekauft, dafür aber pro Band weniger bezahlt. Wobei man wie immer bei solchen Angaben hinzufügen muss: es handelt sich – ärgerlicherweise – nicht um reale Absatzzahlen. Stattdessen serviert der Börsenverein Hochrechnungen auf Grundlage des GfK Consumer Panel Media Scope Buch. Erhoben durch regelmäßige Befragung von 25.000 Personen gelten die Ergebnisse als „repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab zehn Jahren, für insgesamt 67,7 Millionen Menschen“.

Mehr Dynamik durch reduzierte Mehrwertsteuer?

Die Trendmeldungen aus großen Publikumsverlagen zeigten in den letzten Jahren dagegen stets eine weitaus größere Wachstumsdynamik auf dem deutschen E-Book-Markt. Noch mehr Dynamik könnte das real existierende E-Book-Business ab der zweiten Jahreshälte 2017 entfalten, wenn eine neue EU-Richtlinie endlich die Reduzierung der Mehrwertsteuer für elektronische Bücher auf sieben Prozent erlaubt.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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