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E-Book-Hitparade 2.0: Mediacontrol relauncht regelmäßige Bestsellerliste

15 Mrz 2012 Ansgar Warner 2 Kommentare

Der E-Book-Markt in Deutschland nimmt langsam Fahrt auf – ein Marktanteil um 1 Prozent ermöglicht nun offenbar auch eine ausreichende Datenbasis für regelmäßige Bestseller-Listen. Auf der Leipziger Buchmesse stellte Mediacontrol/GfK jetzt das neue Ranking vor: „Nach längerem Testvorlauf können wir jetzt verlässlich eine Rangfolge der meistverkauften E-Books erstellen“, so Mediacontrol-Geschäftsführererin Ulrike Altig. An der Spitze stehen Charlotte Links „Beobachter“, „Verderben“ von Patricia Cornwell sowie Jonas Jonassons „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg“ Zu sehen bekommt man die elektronische Top 20 zukünftig an prominenter Stelle – neben die Hardcover- und Taschenbuch-Bestsellerliste von Spiegel Online tritt nun nämlich eine E-Book-Liste. Ermittelt wird die jeweilige Abfolge auf Grundlage von Verkaufszahlen wichtiger Online-Portale.

Von der Hitparade zur Bestseller-Liste

Ein erster Anlauf der GfK war bereits im Herbst 2010 erfolgt, dann jedoch wegen zu geringer Umsatzzahlen gleich wieder abgebrochen worden. „Die erste deutsche E-Book-Hitparade ist da!“, titelte ein Berliner Boulevardblatt damals. Da ist auch immer noch was dran. Die GfK-Tochter Mediacontrol hat nämlich in den Siebziger Jahren mal mit Musik-Charts angefangen. Später kamen Computer-Spiel-Charts, Klingelton-Charts und schließlich sogar Filesharing-Charts dazu. Wie wichtig mittlerweile das Internet für Bestseller-Listen ist, zeigt die gute alte Hitparade selbst. Dort zählen seit 2007 nicht nur verkaufte Tonträger, sondern auch digitale Downloads. Für E-Books fehlte ein einheitliches Ranking bisher allerdings – Portale wie Amazon, Thalia oder iBooks haben jeweils ihre eigenen Charts produziert.

Mediacontrol legt neue Zahlen zum E-Book-Handel vor

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse hat Mediacontrol auch neue Zahlen zum E-Book-Business in Deutschland vorgelegt. Demnach haben die Bundesbürger im Jahr 2011 38 Millionen Euro für elektronischen Lesestoff ausgegeben (exklusive Schulbücher und Fachliteratur), insgesamt wurden 4,7 Millionen Bücher kostenpflichtig heruntergeladen. Beliebtestes Genre ist Belletristik – wie man der aktuellen Bestseller-Liste (s.u.) ansehen kann, werden dabei besonders häufig Thriller und Fantasy-Romane heruntergeladen. Glaubt man den Zahlen der GfK, bleibt elektronisches Lesen allerdings ein Nischenvergnügen. Nur 1,2 Prozent der Privatpersonen über 10 Jahre sollen im Erhebungszeitram E-Books gekauft haben, der Anteil von E-Books am gesamten Download-Markt (inkl. Musik, Games & Software) liegt immerhin schon bei fast zehn Prozent. Einer repräsentativen Studie der Uni Hamburg zufolge liest allerdings bereits knapp ein Viertel der Deutschen elektronisch, wenn man bezahlte und kostenlose Downloads zusammenrechnet. Die Zahl der E-Reader liegt mittlerweile bei 1,6 Millionen, rechnet man lesefähige Tablets hinzu, kommt man auf 3,2 Millionen Lesegeräte.

Bestseller-Liste Belletristik

1. Der Beobachter (Charlotte Link)
2. Verderben (Patricia Cornwell)
3. Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (Jonas Jonasson)
4. Der Junge, der Träume schenkte (Luca Di Fulvio)
5. Erlösung ( Jussi Adler-Olsen)
6. Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner (Kerstin Gier)
7. Eine unbeliebte Frau (Nele Neuhaus)
8. Eragon. Das Erbe der Macht (Christopher Paolini)
9. Eragon. Das Vermächtnis der Drachenreiter (Christopher Paolini)
10. Erbarmen ( Jussi Adler-Olsen)

Abb.: EVRT Studio/flickr

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