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E-Book-Boom mit Schlagseite: In den USA macht Amazon 90 Prozent der elektronischen Umsätze

22 Mrz 2010 Ansgar Warner 1 Kommentar

e-book-boom-usa-amazon-neun.gifDer E-Book-Boom in den USA ist ungebrochen: Das International Digital Publishing Forum (IDPF) gab jetzt die Verkaufszahlen für Januar 2010 bekannt: 31,9 Millionen Dollar, ein Plus von 261 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zum Vergleich: das ist mehr als das zwanzigfache des gesamten Jahresumsatzes mit E-Books in Deutschland. Der US-Erfolg hat allerdings auch Schattenseiten. Experten schätzen, das Amazon alleine etwa neunzig Prozent des Umsätze mit elektronischer Lektüre einstreicht.

Große Überraschung: Schon 2010 könnten E-Books in den USA bis zu zehn Prozent Marktanteil haben

Während das E-Book-Geschäft in Deutschland noch Mühe hat, so richtig abzuheben, heißt es in den USA längst: The sky is the limit. Im Leseland lag der E-Book-Umsatz im letzten Jahr noch knapp unter der Nachweisgrenze – die GfK verzichtet deswegen momentan sogar auf aktuelle Hochrechnungen. Überm großen Teich dagegen kam das elektronische Lesen spätestens seit 2008 groß in Fahrt – jetzt ist sogar exponentielles Wachstum angesagt. Rechnet man die Zahlen der IDPF hoch auf 2010, ergeben sich beeindruckende Zahlen. Hatten E-Books im Jahr 2009 bereits einen Marktanteil von 3 Prozent erreicht, könnten es bis Ende 2010 zwischen 6 – 8 Prozent sein, eventuell wird sogar die 10 Prozent-Marke erreicht. “Diese Zahlen sind außerordentlich höher als alle seriösen Beobachter noch vor ein paar Monaten vorausgesagt hätten”, so kommentierte das Mark Coker, Gründer des E-Verlages Smashwords. Allerdings hat dieser Erfolg bisher vor allem einen Namen: Amazon.

Amazons Vormachtstellung bei E-Books gerät ins Wanken – nicht nur durch Apples iPad

Nach knapp drei Jahren Kindle-Reader konnte Unternehmenschef Jeff Bezos unlängst verkünden: bei Amazon-Titeln, die im Print und als E-Book erhältlich sind, werden bereits 60 Prozent der Umsätze mit der elektronischen Version erzielt. Doch die Vormachtstellung beginnt zu bröckeln – gerade erst haben die fünf größten US-Verlage neue Pricing-Modelle durchgesetzt, um insbesondere für E-Book-Bestseller mehr als 9,99 Dollar zu kassieren. Das hat wiederum auch etwas mit neuer Konkurrenz auf dem Gerätemarkt zu tun. Denn ab April tritt Apples iPad auf den Plan – und damit auch ein mächtiger E-Book-Store namens iBooks, mit vielen großen US-Verlagen im Schlepptau. Rein technisch scheint Apples Kalkül bereits aufzugehen: Seit Mitte März wurden von US-Kunden hunderttausende Tablets vorbestellt. Der elektronische Lese-Boom wird weitergehen – und es ist noch viel Luft für neue Gadgets vorhanden: denn laut BISG werden auch in den USA bisher noch die Hälfte der E-Books auf Desktop oder Laptop-Bildschirmen gelesen.

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