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Dramatischer Reichweitenverlust: Buchmarkt verliert vor allem jüngere Leser zwischen 14 und 49 Jahren

19 Jan 2018 1 Kommentar

Soll Amazon Autoren am Second-Hand Buchhandel beteiligenWenn von „dramatischen“ Entwicklungen auf dem Buchmarkt die Rede ist, geht es normalerweise um Umsatzeinbrüche — doch viel beunruhigender für die Branche sind sich abzeichnende Veränderungen bei Kaufverhalten und Mediennutzung: mehr als 6 Millionen Buchkäufer (wohlgemerkt: Print plus Hörbuch plus E-Book) gingen dem Buchhandel zwischen 2012 und 2016 verloren, zeigen aktuelle Zahlen der GfK, die jetzt vom Börsenverein veröffentlicht wurden. Die „Käuferreichweite“ im Rahmen der Gesamtbevölkerung ging im selben Zeitraum von 54,5 auf 45,6 Prozent zurück.

Intensivkäufer retten Umsatzstatistik

In den Branchenumsätzen spiegelt sich diese Veränderung (noch) nicht entsprechend wieder, offenbar hat die Kaufintensität bei der verbliebenen Kundschaft — den sogenannten „Intensivkäufern“ — deutlich zugenommen, und so die Auswirkungen des Reichweitenverlustes teilweise kompensiert. So jedenfalls muss man wohl die Veränderung bei den Durchschnittswerten interpretieren: Im Jahr 2016 kaufte jeder Buchkäufer im Schnitt Lektüre für 134 Euro ein, 2015 waren es noch 122 Euro.

Lesehäufigkeit bei Jüngeren sinkt signifikant

Eine weiterer Negativtrend dürfte der Branche derweil zusätzliche Sorgen bereiten: neben der absoluten Zahl der Kundschaft ging auch die Lesehäufigkeit kontinuierlich in den Keller: 2013 erklärten noch 38 Prozent der Befragten, täglich oder mehrmals in der Woche zum Medium Buch zu greifen, 2017 gaben das nur noch 32 Prozent an. Besonders stark ist der Rückgang der Lesehäufigkeit bei den Jüngeren, dort ging auch die Zahl der Buchkäufer deutlich zurück, bei der Altersgruppe 14 bis 49 Jahre um satte 32 Prozent.

Das Buch verliert also dort besonders stark, wo altersbedingt die Medienkonkurrenz durch Games, Streaming-Video oder Musikdienste am stärksten ist — auch das elektronische Lesen als neue Option, die auf Smartphone und Tablet flächendeckend verfügbar ist, kann daran leider nichts ändern…

Abb.: flickr/Phil Roeder (cc-by-2.0)

Ein Kommentar »

  • Kerstin Cordes schrieb:

    Also als ich noch 14 Jahre alt war habe ich die Bücher verschlungen. Und ich bin auch heute noch eine Leseratte. Leider ist es jetzt ja auch schon so, das Eltern ihren Kindern nicht mehr vorlesen. Ausnahmen bestättigen natürlich die Regel. Und solche Kinder,wo im Haushalt gar nicht gelesen wird, sondern nur der Fernseher oder die Playstation laufen, da ist das Wort BUCH oder LESEN,ein Fremdwort.Und zwar ein ganz böses Fremdwort.

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