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Do-it-yourself lohnt sich, oder auch nicht: Audible.de baut Hörspielproduktion von „Originals“ aus, Dawanda schließt die Pforten

2 Jul 2018

dawanda-audible-newsNeulich im deutschen Internet: Die ganz großen bauen ihr Geschäft aus, die kleinen machen dicht. Letztes Beispiel für den Ausbau: Audible. Die deutsche Abteilung von Amazons Hörspieltochter forciert die Produktion von „Originals“, also selbst vertonten Hörbüchern und Hörspielen. Schon jetzt werden mehr als 1000 lizensierte Titel pro Jahr in Hörform gebracht, in Zukunft sollen es auch immer mehr szenisch inzenierte Hörbücher sein, die exklusiv für Audible geschrieben wurden.

Audible vs. Spotify, Prime vs. Netflix

Zu diesem Zweck werden in der Berliner Zentrale in Kürze vier nagelneue Tonstudios zur Verfügung stehen. Mehr als 300 Sprecher sitzen schon jetzt regelmäßig für Audible-Produktionen vor dem Mikrofon, prominente Stimmen sollen die Lauschüre attraktiv für Neukunden machen. Hier wiederholt sich am Ende das, was wir schon aus dem Bereich der TV-Serien kennen: mit einem ebenso exklusiven wie individuellen Programm versuchen sich die Anbieter voneinander abzuheben und zum Marktführer zu werden, siehe Amazon Prime, siehe Netflix — nicht zufällig produziert auch Spotify nun schon deutschsprachige Audio-Inhalte selbst.

DIY made in Germany, c/o Etsy

Und der Abbau? Tja, in diesen Tagen ging die Meldung über den Ticker, Dawanda würde dicht machen. Das e-kommerzielle Verticken von „selbst produziertem“ Zeugs aus dritter Hand scheint sich für die Plattform-Pioniere auf dem Gebiet der Do-it-Yourself-Communities nicht mehr zu lohnen. Die meisten Mitarbeiter sind schon „freigestellt“, nun landen auch die Verkäufer vor der Tür, bzw. in den Armen der US-Konkurrenz von Etsy — es wird nämlich ein „Wechsel-Tool“ bereitgestellt, um die Anbieter-Profile zu übertragen. Sobald Dawanda abgeschaltet ist, werden auch die Seiten-Besucher in Richtung Etsy umgeleitet.

(via Berliner Morgenpost & Heise)