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DNA als Speichermedium: US-Forscher kopieren E-Book 70 Milliarden mal

25 Jan 2013 Ansgar Warner 1 Kommentar

Sie sind Autor und möchten ihr neues Buch möglichst kostengünstig in 12stelligen Auflagenhöhe herausbringen? Dann empfehlen wir Ihnen ein ganz spezielles Speichermedium: Desoxyribonukleinsäure, auch DNA genannt. Ganz richtig: mit der aus der Genforschung bekannten Doppelhelix kann man nämlich nicht nur den Bauplan des Lebens speichern, sondern jede beliebige Information – und dann kostengünstig vervielfältigen. Das haben jetzt die Harvard-Forscher George Church und Sri Kosuri gezeigt: sie synthetisierten DNA-Stränge mit einem Informationsgehalt von 5,5 Petabit, was etwa 700 Terabytes entspricht. Als Vorlage diente ihnen die E-Book-Version von Churchs letzter Veröffentlichung, die etwa 700 Kilobytes umfasst. Bei geschätzten 70 Milliarden Kopien im Reagenzglas der größte Bestseller aller Zeiten.

Normalerweise würde man für eine solche Datenflut hunderte Festplatten brauchen, oder zehntausende Blue Ray-Disks. Church und Kosuri dagegen kamen mit einem Gramm DNA aus. Kein Wunder: Um ein Bit auf Magnetplatten zu speichern, braucht man verhältnismäßig viel Platz. Die Moleküle, aus denen die Bausteine unserer Erbinformation gebildet werden, bestehen dagegen nur aus wenigen Atomen. Bisher ist es noch relativ teuer, solche DNA-Stränge herzustellen, zu kopieren und sie anschließend wieder auszulesen. Doch der Fortschritt ist unübersehbar, sowohl beim „Schreiben“ wie auch beim „Lesen“ des biologischen Codes: dauerte die DNA-Analyse früher Tage bis Wochen, schaffen sogenannte Mikrofluid-Chips es dank einer speziellen Sensoroberfläche, komplexe Gensequenzen in wenigen Stunden auszulesen.

(via extremetech.com)

Abb.: Flickr/micab37 (cc-by-sa)

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