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Und plötzlich: Squirl! Genial-lokale Discoverability für ABC-Hörnchen

23 Okt 2014

Spannende Bücher mit Lokalbezug entdecken, interessante Buchhandlungen vor Ort finden oder über literarische Schauplätze stolpern, wo man steht und geht – dabei möchte „Squirl“ helfen, eine neue App, die in den nächsten Wochen Crowd-Kapital für den zum Jahreswechsel geplanten Beta-Launch sammelt. „Your next read might literally be around the corner! Bump into real world locations from books“, so das Mission-Statement der Projekt-Entwickler Jef Van der Avoort und Serie Wolfe, die gerade den Startknopf für die Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter gedrückt haben.

Nicht ganz zufällig ist im Logo von „Squirl“ ein Eichhörnchen mit Buch zwischen den Pfoten zu sehen – aus der Perspektive von A-, B- und C-Hörnchen war das Problem der Discoverability schließlich immer schon dreidimensional. Nüsschen im Web kann man nicht essen, wissen selbst nerdige Squirrels. Überaschungen zum Anfassen gibt’s nur im Gelände. Ähnlich soll es nun dem Smartphone-Besitzer gehen: „Imagine passing by a street corner in New York City or a cafe in Paris and suddenly an excerpt from a book pops up on your phone“, so die App-Macher. Die Squirl-Orte seien nämlich ganz einfach „Portale, die in Bücher hinein führen“.

Neben dem mit der Community geteilten „Check-In“ vor Ort können Nachrichten mit Autoren oder Lesern ausgetauscht werden, man kann nicht nur realen, sondern auch fiktiven Personen oder Orten folgen und bei Gefallen auch direkt ein Buch kaufen, online per Fingertipp oder per pedes in der Buchhandlung, zu der die App einen führt. Professionelle Book People können diesen Spacial Turn des Social Readings als Marketing-Maßnahme nutzen – in dem etwa Autoren die Handlungsorte ihrer Bücher in die Squirl-Map eintragen oder indem Buchhandlungen ihren Standort sowie vorrätige Titel mit Ortsbezug hinzufügen.

Für das, was die App einmal leisten soll, gibt’s im Englischen einen speziellen Begriff – „Serendipity„, die Entdeckung einer Sache, nach der man gar nicht gesucht hat, aufgrund eines glücklichen Zufalls. Das Wort – passenderweise erfunden vom Gothic-Romancier Horace Walpole – gilt als eines der am schwersten zu übersetzenden der englischen Sprache. Doch auch die Übersetzung des Prinzips in eine App ist nicht trivial, und vor allem: teuer. Bevor die Startversion von Squirl (anfangs iOS-only) im App-Store erscheint, müssen Van der Avoort und Wolfe noch eine Menge Nüsschen sammeln – 75.000 Dollar Mindestsumme sind keine Peanuts.