Digitale Obscurity vs. Analoge Discovery: Studie zeigt, wo Leser wirklich neue Bücher entdecken

buchreport-discovery-in-deutschland„Obscurity is a far greater threat than Piracy“, lautet ein bekanntes Diktum in Sachen Digital-Vermarktung. In unserem Fall: Wehe, wehe, wehe, wenn sie nicht gefunden werden, die E-Books. Doch wie sieht sie aus, die Realität der Gutenberg-Galaxis in Sachen Bücher entdecken? Codex und Buchreport wollten es endlich mal genau wissen, wer nun in punkto Discoverability Nase vorn hat, das Web oder der stationäre Handel – und starteten die Studie „Vom Suchen und Finden der Bücher“.

Stöbern und auf Freunde hören: Digital schlägt analog

Die Befragung von 2.500 erwachsenen deutschen Buchkäufern ergab überraschendes: „Trotz der deutlich gewachsenen Anzahl an digitalen Kanälen – insbesondere im Social-Media-Bereich – erfolgt die Buch-Entdeckungsreise weiterhin größtenteils analog“, fasst Buchreport das Ergebnis zusammen. Die wichtigsten Kauf-Impulse entstehen immer noch durch das Stöbern im Buchladen (19 Prozent) wie durch persönliche Empfehlungen aus dem Freundeskreis (12 Prozent). Auch traditionelle Publicity via Bestseller-Liste, Rezension oder Buch-Award ist noch sehr wichtig (14 Prozent).

Viele Leser zählen auf Tipps vom Lieblings-Autor

Wichtigster Faktor im Online-Bereich ist ausgerechnet das „Stöbern“ in Online-Shops (15 Prozent), während gezieltes digitales Marketing weit weniger Einfluss hat, Promotion via E-Book-Rabattaktion oder Newsletter nur sehr geringe Wirkung zeigt (2 Prozent bzw. 3 Prozent). Überraschend gut schneidet dagegen wiederum das Autoren-Marketing ab — sachdienliche Buchtipps vom Lieblingsschriftsteller (z.B. via Newsletter, Autoren-Blog oder Facebook-Profil) erreichen immerhin 8 Prozent.

Meist wird aber gar kein neues Buch gekauft…

Interessante Fussnote: nicht jede Buchempfehlung führt auch zu einem Buchkauf – gerade mal jedes dritte zuletzt gelesene Buch im Rahmen der Studie war tatsächlich ordentlich bezahlte Frischware, viele werden kostenlos bezogen (z.B. geliehen) oder Second Hand beschafft. Daran dürfte sich wohl selbst dann nichts ändern, wenn zukünftig mehr Buch lesende Smartphone-Besitzer (78 Prozent der Befragten) ihr Gerät auch zur Lektüre von E-Books nutzen (bisher schlappe 14 Prozent, unter der Generation Ü24 aber immerhin schon 30 Prozent).

Abb.: buchreport/Codex

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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