Digitale Druckfahnen für Buch-Besprecher: Rezi-Dienst NetGalley startet in Deutschland

rezi-dienst-netgalley-kommt-nach-deutschlandAch ja, das waren noch Zeiten, als Lektoren und Rezensenten vorab vom Verlag eine Loseblattsammlung aus Druckfahnen in die Hände bekamen. Inzwischen gibt’s maximal ein ausgedrucktes PDF-Layout, meistens eh nur was elektronisches. Immer öfter erhalten Buch-Besprecher wie Journalisten oder Blogger, aber auch Buchhändler und Bibliothekare ihre digitalen Vorabversionen dabei von speziellen Dienstleistern wie dem US-Startup NetGalley (engl. Galley = „Druckfahne“), die zudem eine neue Kunden-Population entdeckt haben: Self-Publishing-Autoren. Denn auch die wollen natürlich ihr neues Buch oder E-Book möglichst frühzeitig an wichtige Multiplikatoren verteilen.

Service für Verlage & Profi-Leser

Nun kommt NetGalley in Kooperation mit Ullsteins Digital-Abteilung auch nach Deutschland, wie Matthias Matting auf Selfpublisherbibel.de berichtet: eine Beta-Version ist unter netgalley.de bereits aktiv, vorab allerdings nur an Verlage gerichtet. „Professionelle Leser“, darunter natürlich auch Buch-Blogger, können sich auf diesem Weg also bereits jetzt interessanten Verlags-Lesestoff für die nächste Buchbesprechung organisieren.

Alternativen für Self-Publisher

Self-Publisher müssen sich dagegen noch etwas gedulden, bevor sie in Deutschland von diesem Service profitieren dürfen, um Bücher unter die Kritiker-Crowd zu bringen. Macht aber eigentlich auch nichts, sie können ja zum Beispiel auf kostenlose Strategien zurückgreifen, etwa Leserunden auf Social-Reading-Plattformen organisieren oder Netwerke wie rezi-suche.de einspannen, risikofreudigere werden sicherlich auch auf kostenpflichtige Angebote wie blogg-dein-buch zurückgreifen. NetGalley selbst verteilt natürlich die Lektüre auch nicht umsonst, in den USA zahlt man 400 Dollar pro Halbjahr, um gelistet zu werden.

(via SelfPublisherBibel)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".