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Digital First: Bastei Lübbe startet rein digitale Serienromane

19 Jan 2012 0 Kommentare

Bastei Lübbe weitet das elektronische Programm aus: im Frühjahr 2012 startet mit „Digital First“ ein Angebot, das exklusiv als App, E-Book, Audio-Download oder Read-and-Listen-Version vermarktet wird. Neben der zweiten Staffel des Vatikanthrillers „Apocalypsis“ erscheint im Mai 2012 die neue Mystery-Serie „Survivor“. Den Lesern steht drei Monate lang eine neue Episode zum wöchentlichen Download bereit. Die letzte Folge von „Apocalypsis“ (Staffel Eins) erschien Anfang Januar – alle zwölf Folgen zusammen kosten etwa soviel wie ein normales Hardcover-Buch. Bereits seit 2011 gibt es bei Bastei Lübbe ein eigenes Lektorat für digitale Inhalte, mit „Bastei Entertainment“ hat der Verlag nun zudem eine eigene Abteilung für E-Publishing und crossmediale Verwertung. „Digital First“ führt mustergültig vor, wie weit die Verwertungskette des elektronischen Buchmarktes mittlerweile reicht: Abgesehen von klassischen E-Readern können die Inhalte schließlich auf Smartphone, MP3-Playern oder Tablets konsumiert werden.

Gutenbergs Apokalpyse: „Fangt an zu beten!“

Auf der letzten Frankfurter Buchmesse ließ Bastei Lübbe falsche Mönche in langen Kutten aufmarschieren, und warb mit dem Motto: „Fangt an zu beten, die Apokalypse steht bevor“. Gemeint war damit nicht der Untergang der Gutenberg-Galaxis, sondern deren Fortsetzung mit anderen Mitteln. Denn es ging natürlich um den Start der ersten Staffel von „Apocalypsis“. Das Grundgerüst des Plots lässt keine Wünsche offen: Der Papst ist unter mysteriösen Umständen verschwunden, ein bestialischer Serienmörder treibt sein Unwesen, eine okkulte Sekte sucht nach dem Geheimnis der Templer, und mitten drin im Geschehen der Chef-Exorzist des Vatikans, die junge Nonne Maria und der Journalist eines Hamburger Nachrichtenmagazins. Schöpfer der E-Book- und Hörbuch-Serie „Apocalypsis“ ist interessanterweise mit Mario Giordano ein versierter Drehbuch-Schreiber, der die einzelnen Folgen zusammen mit einem Team von Ko-Autoren produziert hat.

„Print Second“: Taschenbuch-Ausgabe nicht ausgeschlossen

Bastei Lübbe geht also im Vergleich zu bisherigen enhanced-Konzepten im E-Book-Bereich noch einen entscheidenen Schritt weiter. Die neuen Serien werden nicht im Nachhinein mit Audio- oder Videomaterial angereichert – wie es etwa bei Ken Folletts „Sturz der Titanen“ der Fall war – sondern von vornherein multimedial konzipiert. Die schnörkellöse, filmische Schreibweise dürfte dabei zugleich die spätere Umsetzung auf dem TV-Bildschirm erleichtern. Von dort ausgeborgt ist ja auch der sich von Staffel zu Staffel ziehende Spannungsbogen. Allerdings steht selbst bei der „Digital First“-Reihe immer noch der Text im Mittelpunkt – es handelt sich also zugleich um eine neue Form des Fortsetzungsromans. Schon alleine deshalb ist „Print Second“ natürlich nicht ausgeschlossen: später sollen die neuen Serien auch als klassisches Taschenbuch erscheinen.

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