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Digital-Exzess: deutsche Uni-Bibs stecken bereits 64 Prozent ihres Erwerbungs-Etats in elektronische Medien

12 Dez 2017

bibliothek-im-wandelFast zwei Drittel ihres Erwerbungsetats (64 Prozent) investieren deutsche Uni-Bibliotheken mittlerweile in elektronische Medien, Gedrucktes macht im Budget dagegen nur noch etwas als ein Drittel aus (36 Prozent). Das berichtet der Informationsdienst Library Essentials unter Berufung auf eine aktuelle Studie. Doch nicht nur durch diese quantitative Verschiebung an der Oberfläche kommt Print im Wissenschaftssektor unter Druck: denn für „Erwerb, Katalogisierung und Bereitstellung der teuren elektronischen Ressourcen [ist] im Mittel deutlich weniger Aufwand zu betreiben als für den (aufwändigen) Einzelerwerb von gedruckten Materialien“, so Libess-Herausgeber Rafael Ball im Editorial der aktuellen Ausgabe.

Digitale Verlags-Pakete minimieren den Aufwand

So ermögliche etwa der Bezug von kompletten Verlags-Paketen mit E-Books und/oder E-Zeitschriften, viel Geld für viele Inhalte mit minimalen Aufwand auszugeben. Mittlerweile zeige sich deswegen ein eklatantes Missverhältnis im Hinblick auf die Ressourcen, die für Beschaffung und Bereitstellung von Print-Medien aufgewendet werden müssten, ohne das man eine vergleichbare Informationsmenge dafür erhalte.

Was wird aus den gedruckten Beständen?

Durch Open-Access werde das Problem sogar noch verschlimmert — denn dadurch „entfällt der komplette Aufwand für Auswahl, Beschaffung und Vermittlung der nun freien digitalen Open-Access-Inhalte“, so Ball. Werden sich Bibliotheken und Personal bald „an den verbleibenden Printmedien festklammern, um daraus eine Restlegitimation abzuleiten“? Gute Frage…

(via pubiz.de & libess.de)

Abb.: wsilver/Flickr (cc-by-2.0)