Home » Smartphone&Tablet

Die Zukunft ist offen: Telekom bringt Firefox OS auf Europas Smartphones

27 Feb 2013 Ansgar Warner 0 Kommentare

Statt Android könnte auf vielen Smartphones & Tablets bald das browserbasierte Betriebssystem Firefox OS laufen – und einen neuen Boom für HTML5-basierte E-Lese-Apps auslösen. Die ersten Mobilgeräte mit Mozillas Open Source-Software kommen sogar schon im Sommer 2013 auf den Markt – den Anfang macht das Alcatel One Touch Fire, das die Deutsche Telekom zunächst in Polen vermarkten will, weitere osteuropäische Länder sollen noch in diesem Jahr folgen. Das gab Europas größtes Telekommunikationsunternehmen jetzt anlässlich des Mobile World Congress in Barcelona bekannt. “Im Sinne unserer Kunden wollen wir freie Wahlmöglichkeiten schaffen und setzen deshalb auch auf offene Plattformen”, so Telekom-Chef René Obermann. “Aus diesem Grund unterstützen wir Mozilla bei der Entwicklung eines innovativen und offenen Standards für mobile Endgeräte.” Neben der Telekom arbeiten noch mehr als ein Dutzend weiterer Netzbetreiber mit der gemeinnützigen Mozilla-Foundation zusammen.

Anders als bei Android laufen die Apps der Firefox-Smartphones auf HTML5-Basis direkt im Browser – ähnlich wie eine normale Website müssen sie also nicht installiert und vor allem auch nicht regelmäßig aktualisiert werden. Bei jedem Aufruf wird automatisch die neueste Version vom Server des Anbieters geladen. Viele Web-Apps lassen sich jedoch auch im Offline-Modus nutzen. Unter dem Namen “Marketplace” wird Firefox OS einen eigenen App-Store eröffnen, Kooperationspartner können jedoch auch ihren eigenen E-Store installieren. Das dürfte gerade für die Telekom von Interesse sein, die mit PagePlace bereits eine Content-Plattform gestartet hat, die sogar schon eine Reader-App im HTML5-Format mitbringt. Auch anderswo wird der neue Standard bereits eingesetzt: Neben Online-Buchhändlern wie Amazon bieten auch Zeitungen wie die Financial Times solche cloudbasierten Browser-Lösungen an.

Zum Osteuropa-Start von Firefox OS setzt die Telekom zunächst auf günstige Einsteiger-Geräte – so ist etwa das Alctatel One Touch Fire mit 3,5-Zoll-Touchscreen, 480×320 Pixeln Auflösung und 1-Gigahertz-Prozessor nicht unbedingt ein Highend-Smartphone, und auch nicht besonders lesefreundlich. Gerade für Schwellenländer ist das jedoch zweifelsohne der richtige Ansatz. In Zukunft wird Firefox OS aber auch in Mitteleuropa auf hochwertigeren Mobiles laufen, und vor allem auf Tablets. Die Verbindung von Open Source-Betriebssystem und PagePlace-Store könnte die Telekom-Gadgets für viele Content-Anbieter vom Verlag bis zum Musik-Label zu einer attraktiven Alternative zu Android plus Google Play bzw. Apple iOS plus iTunes machen. Wohl nicht ganz zufällig kündigt sich gerade auch schon eine große Content-Allianz zwischen der Telekom, Thalia, Weltbild & Bertelsmann an.

Abb.: Deutsche Telekom (c)

(via tekkni.cc)

Comments are closed.