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Die taz als E-Book: Alternative Tageszeitung jetzt im epub-Format

2 Jun 2009 Ansgar Warner 4 Kommentare


Die taz kommt auf den E-Book-Reader: Als erstes Blatt in Deutschland erscheint die alternative Tageszeitung aus Berlin auch im epub-Format. Damit bleibt man einer Tradition treu: Die vor dreißig Jahren gegründete taz hat immer mit der medialen Avantgarde geliebäugelt, sei es mit der forschen Einführung eines digitalen Redaktionssystems schon Mitte der Achtziger, sei es mit dem frühen Webauftritt der “digitaz” Mitte der Neunziger. Erst vor wenigen Wochen gönnte man sich zudem zum taz-Geburtstag einen grafischen Relaunch. Nun ist man also auch gleich noch im Zeitalter des E-Books angekommen. Ralf Klever, taz-Chefinformatiker, zum Aussehen der digitalen taz: “Das EPUB ist eine Mischung zwischen Seiten-Faksimiles und Text. Damit hat der Leser einen Eindruck der einzelnen Seiten und kann trotzdem noch den Text gut lesen, was bei einer PDF-Darstellung auf dem E-Book so nicht geht.”

Die taz als E-Book ist deutlich günstiger als das Papierabo

AbonenntInnen haben nun sogar die Wahl zwischen vier verschiedenen Digital-Abos. Denn schon bisher wurde das Blatt mit der Tazze auf der Titelseite den AbonnentInnen per E-Mail-Attachment als PDF, HTML oder TXT-Datei geschickt. Wer ganz aufs Papier verzichtet, kann dabei einiges sparen. Doch man muss sich entscheiden: Das digitale Abo ist nicht nur deutlich günstiger als die Papierversion, sondern kommt taz-üblich in zwei Varianten. Einmal für 10 Euro zum Standardpreis, sodann für 20 Euro zum “politischen Preis”. Mit letzterem wird ein verbilligtes Abo der Papierversion für Bedürftige unterstützt (die dafür einen besondes ermäßigten “Solipreis” zahlen).

Die digitale taz kommt ohne Kopierschutz: das freut die Wohngemeinschaften

taz-als-e-book-alternative-tageszeitung-jetzt-im-epub-format Doch die Redaktion in der Rudi-Dutschke-Straße kämpft nicht nur gegen soziale Barrieren: Die taz im epub-Format gibt es nämlich ohne DRM-Beschränkung, was den Umgang erheblich erleichtert. Man darf vermuten, dass die E-Book-taz so zukünftig auch in studentischen WGs von Gadget zu Gadget wandert, und somit eine ähnlich hohe Reichweite behält wie die gedruckte Fassung. Auch die hat ja Medienanalysen zufolge weit mehr Leser als es Exemplare gibt. Wie auch immer: lesen kann man die neue taz als epub z.B. via Stanza mit einem iPhone oder iPod touch, mit einem epub-fähigen E-Reader wie dem Sony PRS 505 oder dem CyBook Gen3 mit aktualisierter Firmware. Wer vom Desktop aus einen Blick auf die E-Book-taz werfen will, kann dies via Adobe Digital Editions tun. Auf der taz-Homepage gibt es dafür auch eine epub-Ausgabe zum Ausprobieren.

4 Kommentare »

  • taz geht mit gutem Beispiel bei Paid Content voran | TechBanger.de schrieb:

    [...] aus Berlin bietet seit Ende der Woche als erste überregionale deutsche Tageszeitung ihre Inhalte im EPUB-Format für E-Book-Reader an. Ein Kopierschutz wird nicht genutzt, Leser der digitalen Ausgabe zahlen [...]

  • Ralf schrieb:

    Ist ja schön, das so etwas möglich ist und toll auch, dass die TAZ da voran geht … aber wer will seine Tageszeitung als eBook lesen? Gibt es hier jemanden, der diesen Service nutzt? Wenn ja, warum, welchen Vorteil sehr ihr?

    Gruß Knurri

  • H.O.Wireless (author) schrieb:

    Wenn die E-Book-Version genauso viel kostet wie das Papier, oder noch mehr, braucht das sicher niemand. Die “Early Adopters” werden ja gerne eingespannt, um erst mal ein paar Prozent der Entwicklungskosten zu amortisieren. In diesem Fall ist der Vorteil aber klar: man spart zwanzig, dreissig Euro. Ganz ohne Papierzeitung möchte ich auch nicht leben. Aber wenn man aus beruflichen Gründen mehrere Zeitungen liest und/oder viel unterwegs ist, macht das Lesen auf mobilen Geräten Sinn. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Selbst auf dem iPod in der U-Bahn. Eine andere Zielgruppe gibt es vielleicht auch: Leute, die schon so an die neuen Gadgets gewöhnt sind, dass man sie nur durch E-Paper-Lösungen zum Lesen bekommt. Der typische taz-Stil kommt den Lesegewohnheiten der Internet-Generation (schnell und leicht lesbar, aber mit interessantem Inhalt, Spaßfaktor inklusive, aber auch politisches Engagement) ohnehin entgegen…

  • e-book-news.de » Blog Archive » Stanza Superstar: E-Reader-Software für iPhone und iPod touch erreicht 2 Mio. Downloads schrieb:

    [...] dürften damit iPhone und iPod touch dank Stanza zu den erfolgreichsten E-Readern gehören. Auch E-Newspaper im epub-Format wie etwa die taz lässt sich via Stanza auf diesen Geräten lesen. Stanza gibt es als Gratis-Download im [...]