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Die Rückkehr der Klon-Reader: iRiver & Elonex präsentieren „neue“ Geräte

2 Jul 2009

Die Schallmauer von 200 Euros für einen 6-Zoll-E-Reader beginnt offenbar zu bröckeln. Der englische Hersteller Elonex hat jetzt einen E-Reader für die Buchhandels-Kette Borders herausgebracht, der 179 Pfund kostet, umgerechnet kaum 210 Euro. Bei näherem Hinsehen kommt einem das Gerät gleich bekannt vor: es ist wieder einmal ein Klon des Netronix-600, der bereits seit 2007 produziert wird. Elonex alias CyBook alias Cool-ER. Gleiches gilt für ein Gerät names „Libre„, das der japanische Hersteller iRiver zur Zeit in Taiwan zusammenschustern lässt.

Berichtenswert ist bei solchen E-Reader-Klons aber das Marketing-Drumherum

Die Benutzeroberfläche solcher Netronx-Klons mag sich en détail unterscheiden, doch die Eckdaten sind identisch, Speicher, Prozessor, Display. Natürlich können etwa im Fall des Elonex-Gadgets die gängigen Formate gelesen werden, reflowable PDF ebenso wie epub, für DRM sorgt Adobe Digital Editions. Berichtenswert ist bei solchen Markteinführungen eher das Drumherum. Was wäre da aus England zu vermelden? Nun, mitgeliefert werden 100 E-Books auf dem Gerät, und es gibt einen neuen E-Book-Store von Borders. Was aber ganz besonders Aufsehen erregte: anders als seine Brüder kann dieser E-Reader keine MP3s abspielen. Das kann man als Beschränkung auf das Wesentliche verstehen. Aber natürlich auch als Sparmaßnahme. Elonex hat sich in England bereits eine gewisse Reputation mit Lowest-End Laptops gemacht, mit Preisen knapp über 100 Pfund.

Wie umweltfreundlich sind eigentlich E-Reader? Sehr sogar, findet Elonex

Letzlich ist eben alles eine Frage des Marketings. Was man auch der Pressemitteilung des Unternehmens entnehmen konnte. Denn dort konnte man ausserdem lernen: das Gerät ist ganz besonders umweltfreundlich. O-Ton Borders: „Unlike printed books, almost no natural resources are used in the production of E-Book-Readers. By reading eBooks you are helping to reduce the strain on the world’s rainforests.“ Da muss man doch die Stirn runzeln: denn wurde das Papier für die Bücher von Kooperationspartner Borders denn bisher aus Tropenhölzern hergestellt? Fast vergessen hätten wir darüber jetzt, dass der E-Reader von Borders wohl auch der erste seiner Art ist, auf dem ein Sudoku-Game installiert ist. Naja. Times Online spricht davon, nun sei endlich ein Rivale für den Sony PRS 500 auf dem britischen Markt. Das klingt reichlich übertrieben. Der Straßenpreis für den Sony-Reader liegt im vereinigten Königreich schon leicht unter 150 Pfund! Da kann man nur lächeln, wenn man liest, dass der japanische Libre-Reader sogar 300 Dollar kosten soll. Allerdings wird er in Kooperation mit Zeitungsverlagen auf den Markt gebracht, offenbar in Verbindung mit einem E-Paper-Abonnement. Aber bis das soweit ist, wird erst noch einiges Papier über die Rotationsmaschinen rollen…