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Kunst der Verknappung: Hyper-App zeigt kuratierte Videos – 10 pro Tag

hyper-app-jetzt-auch-fuer-iphoneWeniger ist mehr, meint Markus Gilles — und brachte mit seinen Kompagnons Mathias Sauvestre, Andreas Pursian & Jonas Brandau 2015 „Hyper“ auf den Markt, Zielgruppe: die reizüberflutete Generation Youtube. Die neue Video-App setzt dagegen auf Kuratierung, Verknappung (= zehn neue Videos pro Tag), und nicht zuletzt mehr Komfort. Bisherige Apps hätten drei Probleme gehabt, so Gilles kürzlich gegenüber Gründerszene: „Man konnte nie auf Anhieb die wirklich guten Videos finden, die Videos luden schlecht und die Handhabung war völlig überfrachtet.“

Schneise durch den Content-Müll

Hyper bietet dagegen Übersichtlichkeit durch ein Mosaik aus (stummen) Vorschauclips auf der Startseite, sofortigen Zugriff durch das Vorausladen der Inhalte im Hintegrund, und vor allem per Hand ausgewählte Inhalte. „Wir schauen uns hunderte Videos an, um euch die besten zu präsentieren“, versprechen die im Start-Up Hub Berlin tätigen Macher — die eigens zu diesem Zweck ein Team aus Dauersurfern beschäftigen. Oder weniger vornehm ausgedrückt: Hyper schlägt eine Schneise durch den Content-Müll. („Hyper cuts through the junk“, schrieb wohl ganz zu recht The Next Web).

Themen-Mix für Millenials

Auch der richtige Themen-Mix ist bei der täglichen Videodosis natürlich wichtig — bei Hyper umfasst das Rezept Politik, Medienkultur und die typischen Faits Divers des weltweiten Webs, also Ablenkungen von merkwürdig bis komisch, hier aber garantiert ohne Cat-Content. Schon die letztes Jahr gestartete iPad-Version avancierte schnell zur bestbewerteten Video-App in Apples App Store („BEST OF 2015“), seit Anfang 2016 war Hyper dann auf Apple TV präsent, und seit dieser Woche ist nun eine Version für das iPhone verfügbar.

International ausgerichtet

Von Anfang an hat sich Hyper — März 2015 vom New Yorker Medien-Startup Mic aufgekauft — bewusst international ausgerichtet. Ein Drittel der Nutzer soll zwar aus Deutschland kommen, doch die Inhalte sind ausschließlich englischsprachig. Schaut man sich den neuen Hyper-Eigentümer an, passt das alles jedenfalls gut zusammen: der auf Millenials zugeschnittene Nachrichten-Mix von mic.com setzt ähnliche Schwerpunkte wie Hyper, den Blick auf politsches genauso gerichtet wie auf Boulevardeskes, optisch zeitgemäß aufbereitet. Und damit, so Markus Gilles, vielleicht so etwas wie „die New York Times für die Generation Y“.

Über Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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