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Die eine Post, die andere Post, & immer Bezos: Trump vs. Amazon geht in die nächste Runde

5 Apr 2018 1 Kommentar

trump-vs-amazon-twitter-fehdeAch ja, Donald Trump und die Twitter-Fehde mit den „Raketenmännern“. Einer dieser Sparring-Partner lebt in den USA — nämlich BlueOrigin-Gründer Jeff Bezos. Trumps Tweet-Tiraden zieht Bezos freilich aus ganz anderen, nicht-ballistischen Gründen auf sich, schließlich ist er gleichzeitig Chef des knallhart kalkulierenden Weltkonzerns Amazon und stolzer Besitzer der regierungskritischen Washington Post, und gilt persönlich nicht gerade als Freund des aktuellen US-Präsidenten.

Gibt es den „Post Office-Betrug“ wirklich?

Was dem Cheftwitterer aus dem Oval Office nun wieder Munition für diverse populistische Anti-Amazon-Tweets bot. Zum gewohnten Muster „Amazon zahlt keine Steuern & nutzt die WaPo als Lobbyorgan, damit das auch so bleibt“ kam diesmal noch ein drittes Argument hinzu: Online-Händler Amazon missbrauche den US Postal Service als billigen Lakaien für den Transport der Pakete, was der Post Milliardenverluste beschere — angeblich zahle der staatliche Postdienstleister für jedes Paket 1,50 Dollar drauf.

Was allerdings Fake News ist, die Verluste macht die Post in den USA — wie man es auch anderswo kennt — im wenig lohnenswerten Briefgeschäft, während das Paketgeschäft wachsende Gewinne erzielt. Und Steuern sparen Amazon bzw. Bezos natürlich auch deshalb, weil Trump gerade eine Mega-Steuerreform zugunsten der Wirtschaft und der Superreichen durchgedrückt hat.

Washington Post oder Bezostan Post?

Nicht ganz von der Hand zu weisen ist allerdings die Verbindung zwischen Bezos und der Washington Post — und hier dürfte auch der eigentliche Aufreger für Trump liegen. Die WaPo hat sich seit den Pentagon Papers und der Watergate-Affäre den Ruf erworben, durch das freie Wort Präsidenten stürzen zu können. Und am Ende des Tages ist es Bezos, der für die WaPo (alleine schon finanziell) gerade stehen muss.

Wer in diesen Tagen im Kino Steven Spielbergs Historiendrama „Die Verlegerin“ anschaut — im Original vielsagender: „The Post“, was“Verleger-Posten“ wie auch „Washington Post“ bedeuten kann — kommt nicht umhin, die Verlegerin Katharine „Kay“ Graham mit Jeff Bezos zu vergleichen, und Richard Nixon mit Donald Trump. Schließlich sitzt mit letzterem derzeit erneut jemand auf dem Präsidentenstuhl, der die Presse zum Staatsfeind Nummer eins erklärt, während die WaPo mit dem Slogan wirbt: „Democracy dies in Darkness.“

Mr. Amazon als nächster Kandidat?

Fragt sich nur, was die Twitter-Fehde am Ende bezwecken soll: ist es eine persönliche Sache, will Trump seinen Widersacher Bezos ganz einfach aus der Reserve locken? Denn so leicht einschüchtern lässt sich der reichste Mann der Welt nicht, das sollte auch dem nicht ganz so gut betuchten Herausforderer klar sein. Vielleicht ist aber am Ende eine ganz andere Reaktion einkalkuliert — Mr. Amazon als demokratischer Gegenkandidat bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen Ende 2020.

(via Amazon Watchblog & Politico)

Ein Kommentar »

  • ONMA Hannover schrieb:

    Das ist ja wirklich eigenartig. Das Staatsoberhaupt sollte sich wohl mehr um die Belange des Landes kümmern. Ich bin gespannt, wie diese Geschichte sich fortsetzt.

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