Die abonnierte Meinung: Commentarist-Button ergänzt Social Media-Palette

Interessante Nachrichten kann man twittern, liken oder plussen. Die Kommentare von über 1000 journalistischen Edelfedern erhalten jetzt einen weiteren Button – zum einfachen abonnieren. Ähnlich wie bei den übrigen Social-Media-Plaketten wird die Zahl der Klicks dabei gezählt. Hinter dem Abonnier-Knopf steckt nicht zufällig der Hamburger Meinungs-Aggregator Commentarist. „Damit kommen wir unserem Ziel – dem einfachen Finden, Vergleichen und Verfolgen von Meinungsjournalismus – wieder ein gutes Stück näher“, klopfen sich die Gründer Erich Hauch und Mircea Preotu auf die Schulter. Mittlerweile gehören zu den Medienpartnern des Commentarist mehr als ein Dutzend renommierte Blätter, darunter ZEIT online, FR, taz, oder Freitag. Zu den besonderen Angeboten des Aggregators gehört u.a. eine tägliche Presseschau der meistdiskutierten Themen, die per E-Mail verschickt wird.

Einzelnen Kolumnisten folgen konnte man auf der Website commentarist.de bisher natürlich auch schon. Mit dem neuen Button werden die Leser der einzelnen Medien nun aber auch aktiv auf den Service von Commentarist aufmerksam gemacht. Klickt man auf „Abonnieren“, stehen als Abo-Kanäle E-Mail, Facebook, Twitter oder RSS zur Verfügung. Sobald der Autor einen neuen Kommentar veröffentlicht, wird der Leser automatisch benachrichtigt. Die Premiere des Abo-Buttons findet auf stern.de statt. Dort kann man etwa Django Asül auf diese Weise folgen. Der Kabarettist rechnet beim Online-Ableger der Illustrierten einmal in der Woche mit der deutschen Politik ab. Diesmal etwa unter der Schlagzeile: „Schlapphüte, beobachtet Wulff!“. Weitere Einbindungen auf anderen News-Portalen sollen in Kürze folgen.

Für den Commentarist scheint sich das Blatt nicht erst mit der Einführung des Abo-Button deutlich gewendet zu haben. Denn Anfang 2011 hatten Süddeutsche Zeitung und FAZ dem gerade gestarteten Aggregator mit Klagen gedroht und zur vorläufigen Abschaltung gezwungen. Erst ein halbes Jahr später ging die Seite in neuer Form wieder ans Netz, anfänglich mit 14 Medienpartnern. Nun sind es inklusive Handelsblatt bereits 16, außen vor bleiben aber bis auf weiteres die eigensinnige Fronde von SZ und FAZ. Eigentlich unverständlich, denn schließlich ist das Angebot ähnlich wie im Fall der Traffic-Maschine Google News eine Win-Win-Situation. Auch der Commentarist sieht sich als Multiplikator für bestehende Angebote: „Wir haben Nutzer, die sagen, sie lesen nun Nachrichtenseiten, die sie vorher nicht gelesen haben“, äußerte sich Eric Hauch gegenüber der taz.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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