Deutschland sucht die schönste E-Lese-App: Neuer E-Book-Award gestartet

Wie spiegeln sich Literatur und erzählte Geschichten im digitalen Raum wieder? Wie wird das Potenzial von E-Books ausgeschöpft? Und: Wie sieht der Text der Zukunft aus? Gute Fragen – auf die Suche nach möglichen Antworten möchte sich ab jetzt der „Deutsche eBook Award“ machen, der erstmals auf der Frankfurter Buchmesse 2014 verliehen wird – Einsendungen sind noch bis 19. September möglich. Doch aufgepasst, der Award ist nicht für jeden was: um mausgraue Letternwüsten auf E-Ink-Displays geht’s nämlich nicht. Ausschließlich in den Kategorien „enhanced eBook“ sowie „eBook App“ sollen die „schönsten deutschsprachigen E-Books“ gekürt werden.

Unter Enhanced verstehen die Organisatoren dabei die „Anreicherung durch multimediale Elemente und/oder besondere gestalterische Alleinstellungsmerkmale“, unter eBook App eine mobile Anwendung mit „narrativer Erzählstruktur für Fiktion“.

Hinter dem neuen E-Book-Award stecken der Buchhändler & Buchwissenschaftler Robert Goldschmidt, Dominik Schmitz (ehemals Hey! Publishing) sowie Olaf Behnke, Mediengestalter und Student im Bereich Buchhandel/Verlagswirtschaft. Zur insgesamt siebenköpfigen Jury gehören Branchen-Experten wie der Journalist und erfolgreiche Crowdpublisher Dirk von Gehlen („Eine neue Version ist verfügbar“), Steffen Meier (Leitung Produktinnovation und -Marketing bei @readbox, langjähriger AKEP-Sprecher) oder Fabian Kern (Digital-Publishing- und XML-Profi).

Die technische Umsetzung von E-Book-Konzepten wurde auch schon anderswo bei elektronischen Buchpreisen berücksichtigt, die in Frankfurt bzw. Leipzig verliehen werden. Doch anders als bisher geht’s beim neuen Award überhaupt nicht um die literarische Qualität der eBooks: „Im Fokus stehen vor allem die technischen, ästhetischen und innovativen Leistungen, die aus der Adaption des gedruckten Buches ein neues, ein eigenständiges Produkt entstehen lassen“, so die Organisatoren.

Der Deutsche eBook Award versteht sich deswegen als „erster Produktpreis für Buchkunst im digitalen Raum“. Teilnehmen können Verlage, Unternehmen und Indie-Autoren aus aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo der jeweilige thematische Schwerpunkt liegt, ist egal. Berücksichtigt werden Titel, die innerhalb der letzten 12 Monate veröffentlicht wurden, Stichtag ist dabei der 14. September.

Die Preisverleihung findet erstmals auf der kommenden Frankfurter Buchmesse statt, genauer gesagt am Mittwoch, den 8.10.14 um 18 Uhr im Forum Verlagsherstellung (Halle 4.0 Stand A34).

Abb.: JamJar/Flickr (cc-by-2.0)
„Web typography and you“ (Ausschnitt)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".