Home » E-Book-Reader

Deutscher E-Reader-Boom: Umsatzwachstum von 163 Prozent, 800.000 verkaufte Geräte

8 Okt 2012

Jedes Jahr das Gleiche: „Der Markt für E-Reader und E-Books steht vor dem Durchbruch“, posaunen die Branchenverbände regelmäßig im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse – wie diesmal etwa der BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien). Die gemeldeten Absatzzahlen für Lesegeräte lassen allerdings vermuten, dass elektronische Lektüre tatsächlich den Massenmarkt erreicht hat: so sollen bis Ende 2012 satte 800.000 E-Reader verkauft werden, was einem Zuwachs von 247 Prozent gegenüber 2011 entsprechen würde. Der Umsatz steigt dabei um 163 Prozent auf 78 Millionen Euro. Im Jahr 2013 soll der Absatz im Leseland sogar auf 1,4 Millionen E-Reader emporschnellen. BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder führt die explodierenden Verkaufszahlen auf die „Kombination aus preiswerten Geräten und attraktiven Inhalten“ zurück.

Rein zahlenmäßig haben Tablets und Smartphones den E-Reader allerdings längst abgehängt: bis Ende des Jahres 2012 werden in Deutschland mehr als 2 Millionen Tablets und mehr als 23 Millionen Smartphones über den Ladentisch gehen, schätzt der Branchenverband BITKOM. Nicht zufällig legt angesichts der boomenden Geräte-Basis für mobile Lektüre auch der Umsatz mit E-Books rasant zu: alleine in den ersten sechs Monaten von 2012 verdoppelte sich ihr Marktanteil. Betrachtet man nur den nationalen Markt für digitalen Download-Content, scheint der Massenmarkt sogar längst erreicht zu sein: neben Musik, Games, Software und Filmen kann sich der Umsatzanteil von elektronischen Büchern mit 11 Prozent bzw. 40 Millionen Euro durchaus sehen lassen.

Noch attraktiver wären die Inhalte natürlich, wenn das E-Book-Pricing dem Trend beim E-Reader-Pricing folgen würde – der geht nämlich deutlich nach unten: der Durchschnittspreis brandneuer Lesegeräte liegt aktuell nur noch bei 97 Euro, mithin 24 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die E-Book-Preise schmelzen dagegen weitaus langsamer: Kostete im vergangenen Jahr ein digitales Buch noch durchschnittlich 9,56 Euro, sank dieser Betrag in den ersten sechs Monaten von 2012 lediglich auf 8,64 Euro. Der optimale Preis für E-Books liegt Branchenkennern zufolge bei 5 Euro – bisher bleibt das Durchbrechen der magischen Schwelle jedoch vor allem experimentierfreudigen Self-Publishing-Autoren vorbehalten.

Infografik: BITKOM