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Deutsche Kickstarter-Projekte ab morgen aktiv – neuer Kick für’s Krautpublishing?

11 Mai 2015

kickstarter-jetzt-auch-in-deutschlandAb morgen geht’s los: Kickstarter, die Mutter aller Crowdfunding-Plattformen öffnet sich am 12. Mai 2015 für Projekte made in Germany, und vor allem made FOR Germany. Unter der Adresse kickstarter.com/germany kann man sich bereits einen ersten Eindruck machen, zahlreiche Projekte vor allem aus dem Kulturbereich sind hinter den Kulissen offenbar bereits in Vorbereitung, zu den angekündigten Technik-Gadgets gehört die Storytelling-Maschine „Storyhome“. Natürlich wird im neuen Kickstarter-Bereich nun auch Deutsch gesprochen, selbst die Zahlungsmodalitäten wurden an hiesige Befindlichkeiten angepasst: neben Kreditkarten können zumindest Beträge bis 250 Euro per Lastschrift eingezogen werden.

Kickstarter knackt Milliarden-Dollar-Grenze

Auf dem deutschen Crowdfunding-Markt haben bisher andere Plattformen die Nase vorn: allen voran die waschechten Krautfunding-Adressen Startnext und Visionbakery, die international aktive Plattform Indiegogo betreibt schon seit längerem ebenfalls einen deutschen Ableger. Doch nicht zu unrecht gilt Kickstarter eben als Mutter aller Crowdfunding-Plattformen überhaupt. Das 2009 von Charles Adler, Perry Chen und Yancey Strickler gegründete Unternehmen entwickelte sich im englischsprachigen Raum rasch zur ersten Anlaufstelle nicht nur für das Einsammeln von Massenspenden, sondern vor allem auch für die Pre-Order-Vermarktung von Gadgets und Content. Mittlerweile erzielten erfolgreich abgeschlossenen Kampagnen fast 1,5 Milliarden Dollar (zum Vergleich: Startnext 20 Mio. Euro).

Comics auf Kickstarter besonders erfolgreich

Zu den eindrucksvollsten Kickstarter-Projekten aller Zeiten gehören die Smartwatch Pebble (20 Mio. Dollar), Neil Youngs Hi-End-Walkman Pono (6 Mio. Dollar) sowie der 3D-Zeichenstift Doodler (2 Mio. Dollar). Aber auch weit unterhalb der Millionen-Dollar-Schwelle ist eine Menge los, gerade im Bereich Content: so wurden via Kickstarter im Rahmen von mehr als 20.000 Publishing-Projekten schon fast 100 Millionen Dollar gesammelt, einen besonders hohen Anteil (40 Mio. Dollar) hatten dabei Comics.

Pre-Order-Kampagne als Chance für Verlage

Immer öfter realisieren nicht nur Self-Publisher einzelne Veröffentlichungen mit Hilfe der Crowd, gerade in den USA gehen Startup-Verlage dazu über, Teile ihres Programms vorab mit Crowdfunding zu finanzieren. Dieses Beispiel macht mittlerweile auch in Deutschland Schule: Mikrotext-Verlegerin Nikola Richter vermarktete kürzlich ihr 2015er-Programm via Startnext als eine Art „Flatrate-Abo“. Wächst Kickstarter nun in Deutschland so rasant wie in den USA, könnte das Krautpublishing erst so richtig ins Kraut schießen…